Wall Street eröffnet schwächer - Sorgen um US-Haushalt

Dienstag, 13. November 2012, 15:40 Uhr
 

New York (Reuters) - Die Wall Street kann die Sorgen vor der drohenden Fiskalklippe nicht abschütteln.

Auch am Dienstag belastete der Streit zwischen Republikanern und Demokraten um einen Haushaltskompromiss den Handel in New York. "Ohne eine Lösung werden sich Aktien kaum vom Fleck bewegen", sagte Art Hogan von Lazard Capital Markets. Auch von der europäischen Schuldenkrise kamen keine Entspannungssignale: Euro-Staaten und IWF konnten sich beim Treffen der Finanzminister nicht darauf einigen, wie viel Zeit Griechenland für den Abbau seiner Schulden auf ein finanzierbares Niveau bekommen soll.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor in den ersten Minuten 0,5 Prozent auf 12.750 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,6 Prozent auf 1371 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte 0,9 Prozent auf 2878 Punkte ab.

Viele Investoren befürchten, dass die ohne Kompromiss im Haushaltsstreit zum Jahreswechsel automatisch einsetzenden Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen die US-Wirtschaft wieder in die Rezession stürzen könnten. Republikaner und Demokraten haben sieben Wochen, um einen Kompromiss zu finden.

Bei den Einzelwerten weckte die weltgrößte Baumarktkette Home Depot Hoffnungen auf eine Belebung der US-Wirtschaft. Das ließ die Aktie attraktiver erscheinen: Das Papier legte rund zwei Prozent zu. Das als Barometer für die Entwicklung am kriselnden Immobilienmarkt und die Konsumlust der Verbraucher geltende US-Unternehmen hob nach einem überraschend kräftigen Gewinnplus im dritten Quartal seine Jahresprognose an. Dabei konnte das Unternehmen vor allem von der jüngsten Entspannung am Häusermarkt profitieren.

Die Microsoft-Aktie rutschte nach Abgang des Spitzenmanagers Steven Sinofsky 3,6 Prozent ins Minus. Der Chef der Windows-Sparte galt als aussichtsreichster Nachfolger von CEO Steve Ballmer - der mit dem Weggang offenbar seine Macht im Unternehmen festigt.