Sorgen um USA und Europa machen Asien-Börsen vorsichtig

Mittwoch, 14. November 2012, 08:23 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Sorgen um die Staatsfinanzen in Europa und den USA stimmen die Anleger an Asiens Börsen weiter vorsichtig.

Die Kurse stabilisierten sich am Mittwoch zwar, von einer Erholung wollten Marktexperten aber noch nicht sprechen. "Angesichts der andauernden Sorgen um die USA und Europa scheuen die Investoren weiter das Risiko", sagte Hiroichi Nishi von SMBC Nikko Securities.

Seit der Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama rückt das Problem der sogenannten "Fiskalklippe" wieder verstärkt in den Vordergrund. Legen Obamas Demokraten und die oppositionellen Republikaner ihren Streit über den Haushalt nicht bei, treten zum Jahresende automatische Ausgabenkürzungen in Kraft, daneben laufen Steuervergünstigungen aus. Das könnte die ohnehin strauchelnde Wirtschaft in die Rezession stürzen. Hinzu kommt die Hängepartie um neue Griechenland-Hilfen. Die Euro-Länder und der Internationale Währungsfonds (IWF) streiten sich über das längerfristige Schuldenziel des Landes. "Im Augenblick konzentriert sich der Markt darauf, ob sie nächste Woche eine Einigung zu Griechenland beschließen können", sagte Währungsanalyst Teppei Ino von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei-Index mit einem minimalen Plus von 0,04 Prozent auf knapp 8665 Punkte aus dem Handel, nachdem er sieben Tage hintereinander Kursverluste verbucht hatte. Der breiter gefasste Topix-Index lag fast unverändert bei 722 Punkten. Im Mittelpunkt des Interesses standen Aktien des angeschlagenen Elektronikherstellers Sharp und Qualcomm seien bereit, 378 Millionen Dollar in den mit Finanznöten kämpfenden japanischen Konzern zu investieren. Papiere anderer exportorientierter Unternehmen standen dagegen auf den Verkaufslisten. Toshiba-Aktien gaben 1,1 Prozent nach, Nikon-Papiere verloren 1,2 Prozent.

An anderen asiatischen Börsen präsentierten sich die Investoren optimistischer. Der MSCI-Index für Aktien aus dem Asien-Pazifik-Raum mit Ausnahme Japans zog 0,5 Prozent an.

An den Devisenmärkten in Fernost legte der Euro leicht zu auf 1,2722 Dollar, notierte damit aber nicht allzu weit entfernt von seinem am Dienstag markierten Zwei-Monats-Tief von 1,2661 Dollar.

 
A man passes an electronic board displaying falls in global market indices outside a brokerage in Tokyo November 8, 2012. The Nikkei stock average fell 1.5 percent to a three-week closing low on Thursday, as worse-than-expected domestic machinery orders figures increased concerns that Japan's economy was slipping into recession and as strength in the yen weighed on exporters. REUTERS/Yuriko Nakao (JAPAN - Tags: BUSINESS)