Rezessionsgefahr lässt US-Börsianer vorsichtig werden

Mittwoch, 14. November 2012, 19:43 Uhr
 

New York (Reuters) - Eine unerwartet positive Bilanz des weltgrößten Netzwerkausrüsters Cisco hat an der Wall Street Sorgen um die Schuldenkrise in den USA und Europa nicht verdrängen können.

Nach einer freundlichen Eröffnung rutschten die Börsen in New York in die roten Zahlen. So ähnlich dürfte es noch Tage weitergehen, sagte Randy Frederick von Charles Schwab. Beobachtern zufolge dürften die ernsthaften Verhandlungen zur drohenden "Fiskalklippe" zwar erst in einigen Wochen losgehen. Sollten Republikaner und Demokraten ihren Streit aber bis zum Jahresende nicht beenden, drohen massive Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen, durch die die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen könnte. Auch schwache Konjunkturdaten belasteten den Handel.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor bis zum frühen Nachmittag 0,6 Prozent auf 12.682 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,5 Prozent nach auf 1367 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rutschte 0,4 Prozent tiefer auf 2873 Punkte. Auch in Frankfurt hielten sich Anleger angesichts des US-Haushaltsstreits sowie der unklaren Perspektive für Griechenland zurück: Der Dax schloss 0,9 Prozent tiefer bei 7101 Punkten.

Die Konjunktur lieferte Optimisten ebenfalls keine Rückendeckung. Die US-Einzelhändler bekommen die Folgen des Hurrikans "Sandy" mit Umsatzeinbußen zu spüren. Die Geschäfte hatten im Oktober 0,3 Prozent weniger in den Kassen als im September. Dies war das erste Minus binnen drei Monaten.

Im Mittelpunkt des Handels standen die Aktien von Cisco mit einem Kursaufschlag von mehr als fünf Prozent. Der Konzern steigerte im ersten Geschäftsquartal Gewinn und Umsatz. Der Überschuss wuchs um 10,6 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent auf 11,9 Milliarden Dollar. Beide Kennziffern übertrafen die Analystenerwartungen.

Anteilsscheine von Advanced Micro Devices (AMD) ließen mehr als fünf Prozent Federn. Der US-Chiphersteller stellt sich möglicherweise selbst zum Verkauf. Der Intel-Rivale habe die Bank JPMorgan beauftragt, Optionen für die Zukunft von AMD auszuloten, erfuhr Reuters am Dienstag von drei mit der Sache vertrauten Personen.

Trotz Ablauf einer Haltefrist ging es für die lange gebeutelten Facebook-Aktien fast zehn Prozent nach oben. Der größte Teil der von sogenannten Insidern gehalten Anteilsscheine durfte am Mittwoch erstmals seit dem Börsendebüt im Mai frei gehandelt werden.

Gefragt waren die Anteilsscheine des Büroartikel-Spezialisten Staples. Die Dividendenpapiere verteuerten sich um zwei Prozent, nachdem das Unternehmen Quartalszahlen vorgelegt hatte, die besser als erwartet ausgefallen waren.

Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen auch die Aktien des Modekonzerns Abercrombie & Fitch Die Anteilsscheine sprangen um 27 Prozent in die Höhe. Hintergrund war ein starker Gewinnanstieg im Quartal.