Aussicht auf Regierungswechsel beflügelt Tokioter Börse

Donnerstag, 15. November 2012, 07:42 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Die Aussicht auf einen Regierungswechsel hat am Donnerstag den japanischen Aktienmarkt beflügelt.

Investoren setzen darauf, dass der in Meinungsumfragen führende Oppositionsführer Shinzo Abe die für Mitte Dezember geplanten Neuwahlen gewinnt und mit aggressiven Konjunkturstützen gegen den Wirtschaftsabschwung und die Deflation vorgehen wird. Erwartet wird dann vor allem eine weitere geldpolitische Lockerung, was den Kurs des Yen drückte und damit zugleich den Aktienkursen exportorientierter Unternehmen Auftrieb gab.

"Die Börse begrüßt Abes Äußerungen zu weiteren Lockerungen und schaltet auf Kaufen um", sagte Chisato Haganuma von Mitsubishi UFJ Securities. "Der Aktienmarkt ist kein Fan von Unsicherheit und bekommt durch diese Äußerungen den Eindruck, dass es mehr Klarheit gibt, was das politische Klima in diesem Land angeht." Der Aktienstratege Shun Maruyama von BNP Paribas sagte: "Auf kurze Sicht können wir optimistisch sein, was den Nikkei angeht, und pessimistisch, was den japanischen Yen betrifft."

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 1,9 Prozent im Plus auf knapp 8830 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 2,1 Prozent auf fast 738 Punkte. Toyota-, Honda- und Canon-Papiere notierten je rund fünf Prozent höher. Gegen den Trend stürzte die Aktie des Elektronikkonzerns Sony um rund neun Prozent ab. Das Unternehmen kündigte die Ausgabe von Wandelanleihen im Volumen von 1,9 Milliarden Dollar an. Die Mittel sollen zu einem Drittel in den von einem Skandal erschütterten Kamera- und Medizingerätehersteller Olympus investiert werden.

An anderen asiatischen Börsen ging es bergab. Händlern zufolge folgten sie der Wall Street, wo der US-Haushaltsstreit weiter auf die Stimmung drückt. Der MSCI-Index für Aktien aus dem Asien-Pazifik-Raum mit Ausnahme Japans gab ein Prozent nach.

An den Devisenmärkten in Fernost fiel der Yen auf ein Sechseinhalbmonatstief, der Dollar kletterte auf 80,83 Yen. Der Euro tendierte zur US-Währung behauptet mit 1,2743 Dollar.