Schweizer Börse gerät in den Sog politischer Risiken

Donnerstag, 15. November 2012, 14:05 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat sich am Donnerstag abgeschwächt. Politische Risiken bestimmten das Geschehen an den Märkten zunehmend, erklärten Händler.

Die Angst vor einer Eskalation im Nahen Osten, der US-Haushaltsstreit und die Euro-Schuldenkrise hielten die Anleger von Engagements ab. "Die Unsicherheit ist gross, da schleichen die Leute tendenziell eher ab", sagte ein Händler. Ob die US-Konjunkturdaten am Nachmittag die Stimmung heben könnten, bleibe abzuwarten, sagte ein anderer Börsianer.

Der Leitindex SMI sank um ein Prozent auf 6613 Punkten. Der breite SPI verlor 0,9 Prozent auf 6082 Zähler.

Abgesehen von den UBS-Aktien, die 0,9 Prozent anzogen, lagen alle Bluechips im Minus.

Die Aktien anderer Banken wie Julius Bär und Vontobel büssten 1,5 Prozent und mehr ein. Vontobel steigerte die verwalteten Vermögen seit der Jahresmitte um über fünf Milliarden Franken auf fast 96 Milliarden Franken. Auf der Ertragsseite setzte sich die verhaltene Entwicklung des ersten Halbjahres fort.

Den stärksten Kursrückgang unter den Standardwerten verzeichnete Zurich mit 3,7 Prozent Abschlag. Das Quartalsergebnis enttäuschte die Marktteilnehmer, hiess es. Wertberichtigungen und die Aufstockung der Schadenreserven in Deutschland bescherten dem Versicherer im dritten Quartal einen überraschend starken Gewinneinbruch von 62 Prozent auf 477 Millionen Dollar. Analysten hatten lediglich einen Rückgang auf 756 Millionen Dollar prognostiziert.

Die Aktien zyklischer Firmen litten unter Konjunktursorgen. ABB, Adecco, Geberit und Holcim verloren Terrain.

Auch die als krisensicher geltenden Pharmatitel Novartis und Roche büssten mehr als ein Prozent ein. Ebenso verlor Lebensmittelwert Nestle 0,9 Prozent.

Die Aktien der Gategroup sackten 5,1 Prozent ab. Restrukturierungs- und Finanzierungskosten drückten den Gewinn des Airline-Caterers unerwartet stark.

Abschreibungen und Wertberichtigungen von bis zu 60 Millionen Franken für Bereiche, die Arbonia-Forster zum Verkauf gestellt hat, liessen die Aktien des Bauzulieferers zehn Prozent einbrechen.

Auch die Anteile von Schlatter sackten zehn Prozent ab. Der Hersteller von Schweissmaschinen stellte eine Kapitalherabsetzung in Aussicht.