Wal-Mart und Nahost-Spannungen belasten US-Börsen

Donnerstag, 15. November 2012, 19:17 Uhr
 

New York (Reuters) - Die US-Börsen haben am Donnerstag ihre Verlustserie fortgesetzt.

Vor allem die Bilanz des weltgrößten Einzelhändlers Wal-Mart und die Zuspitzung der Lage im Nahen Osten lastete auf dem Markt. Von den aktuellen Konjunkturdaten gingen ebenfalls keine Kaufimpulse aus. Darüber hinaus gab es keine Signale auf eine Einigung im US-Haushaltsstreit. Präsident Barack Obama blieb beim Thema "Fiskalklippe" hart, bei der Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen Anfang 2013 im Volumen von rund 600 Milliarden Dollar vorgesehen sind. Dadurch könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession stürzen. "Es gibt nicht so viel, das Investoren davon überzeugen könnte, dass es aufwärtsgeht", sagte Analyst Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. Schon am Dienstag und am Mittwoch hatten die US-Börsen nachgegeben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor im Verlauf 0,5 Prozent auf 12.510 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,4 Prozent nach auf 1349 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq 0,6 Prozent auf 2830 Stellen. Der Deutsche Aktienindex in Frankfurt schloss 0,8 Prozent tiefer mit 7043 Punkten.

Im Nahen Osten starben am Donnerstag bei einem Raketenangriff der radikal-islamischen Hamas drei Israelis, israelische Kampfjets bombardierten weiter Ziele in und um Gaza-Stadt. Die Gefechte könnten sich zu einem offenen Krieg ausweiten.

Wegen der verheerenden Folgen des Wirbelsturms "Sandy" beantragten in der vergangenen Woche so viele Amerikaner Arbeitslosenhilfe wie seit anderthalb Jahren nicht mehr. Die Zahl stieg auf 439.000, erwartet worden waren lediglich 375.000. Der Anstieg der Verbraucherpreise um 0,1 Prozent war dagegen in dieser Höhe vorhergesagt worden.

Wal-Mart steigerte im dritten Quartal seinen Umsatz zwar um 3,4 Prozent auf 113,2 Milliarden Dollar. Experten hatten im Schnitt aber 115 Milliarden vorhergesagt. Der Konzern spürt wegen der unsicheren Wirtschaftslage die Zurückhaltung der Verbraucher in vielen Ländern, etwa in den USA, China und Japan. Die Aktie verlor 3,7 Prozent.

Die Papiere des Rivalen Target stiegen indes um 2,4 Prozent. Das Unternehmen lockte Kunden mit einem größeren Angebot an Lebensmitteln und Rabatten, der Gewinn im Quartal stieg deutlicher als erwartet.

Die Aktie von Texas Instruments legte 0,2 Prozent zu. Der US-Chiphersteller dampft sein wenig ertragreiches Geschäft mit Mobilfunkprozessoren ein und streicht 1700 Arbeitsplätze.