Yen-Talfahrt vorerst gestoppt

Freitag, 16. November 2012, 15:31 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die mehrtägige Talfahrt des Yen ist am Freitag vorerst zu Ende gegangen.

Wegen der anhaltenden Spekulationen auf eine weitere Lockerung der japanischen Geldpolitik muss nach Aussagen von Börsianern aber mit weiteren Kursrückschlägen gerechnet werden. Der Dollar kostete mit 81,15 Yen über zwei Prozent mehr als noch am Dienstag.

Der Markt habe bereits einen großen Schluck aus der Pulle genommen, sagte Volkswirt Colin Asher von der Mizuho Corporate Bank. "Einige Anleger mit einem kurzfristigen Investitionshorizont werden nach einer derart starken Bewegung sicher erst einmal Gewinne mitnehmen." Längerfristig orientierte Marktteilnehmen dürften dagegen abwarten, weil sie mit weiter steigenden Dollar-Kursen rechneten.

Genährt werden diese Spekulationen von den bevorstehenden Neuwahlen in Japan. Shinzo Abe, Chef der oppositionellen Liberaldemokraten und der voraussichtliche neue Regierungschef, hatte die japanische Notenbank am Donnerstag aufgefordert, zur Ankurbelung der Konjunktur die Zinsen auf Null oder sogar unter Null zu senken.

Sollte die Bank of Japan (BoJ) in der kommenden Woche entsprechende Signale aussenden, könnte der Dollar auf 82 Yen steigen. Dies wäre der höchste Stand seit April. Einige Börsianer warnten aber, dass die Stimmung schnell wieder kippen kann, wenn die Notenbanker keine weitere Lockerung der Geldpolitik andeuten.

TAUZIEHEN UM GRIECHENLAND HÄLT EURO UND BUND-FUTURE GEFANGEN

Euro und Bund-Future bewegten sich dagegen kaum und notierten bei 1,2744 Dollar und 143,11 Punkten. Hier sorge unter anderem das Hick-Hack um die Freigabe weiterer Hilfsgelder für Griechenland für Zurückhaltung unter den Anlegern, sagte ein Börsianer.

Am kommenden Dienstag wollen die Euro-Finanzminister grünes Licht für die Freigabe weiterer Hilfskredite an das hoch verschuldete Land geben. Über die Bedingungen hierfür war es zuvor zum Streit zwischen den Euro-Staaten und dem zweiten Geldgeber, dem Internationalen Währungsfonds (IWF), gekommen. Darüber hinaus wird weiter über einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland diskutiert.