Konjunktur- und Schuldenkrise belasten Schweizer Börse

Freitag, 16. November 2012, 17:13 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Freitag nachgegeben. Der Markt nahm laut Händlern nach der Veröffentlichung schwächer als erwarteter US-Konjunkturdaten den Abwärtstrend wieder auf.

Zuvor hatte die Hoffnung, dass es doch rascher zu einer Lösung im US-Haushaltsstreit kommen könnte, zu einer teilweisen Erholung geführt. Das Handel verlief insgesamt in ruhigen Bahnen. Der kleine Eurex-Verfall habe zwar die Kurse einzelner Aktien beeinflusst, das Geschäft insgesamt aber nicht wesentlich beleben können, hiess es im Markt.

Der Standardwerteindex SMI, der vor einer Woche bei 6715 Punkten schloss, sank um 0,7 Prozent auf 6529 Punkte. Der breite SPI gab ebenfalls 0,6 Prozent auf 6006 Zähler nach.

Erst wenn sich in der Schuldenkrise beidseits des Atlantiks Lösungen abzeichneten, sich die Lage im Nahen Osten beruhige und die nächsten Konjunkturdaten wieder etwas freundlicher ausfallen, sei mit einer stärkeren Zunahme der Aktivitäten zu rechnen.

Doch damit sei nicht allzu rasch zu rechnen. Kommende Woche bleiben in den USA wegen des Thanksgiving-Feiertags die Börsen am Donnerstag geschlossen. Am Freitag findet ein verkürzter Handel statt und in Japan wird ebenfalls wegen eines Feiertags nicht gehandelt.

Europaweit litten die Aktien der Banken und der Versicherungen am Freitag unter Einbussen von mehr als einem Prozent. Die Euro-Schuldenkrise, schwache Börsenumsätze und die Regulierungsvorschriften für die Banken drückten auf die Kurse, sagten Händler. Die Aktien der Credit Suisse und UBS verloren ein beziehungsweise knapp zwei Prozent.

Auch die Versicherungswerte büssten zwischen ein und zwei Prozent an Wert ein. Die Zurich-Aktien, die am Vortag nach einem enttäuschenden Quartalsbericht fast vier Prozent eingebrochen waren, ermässigten sich um 1,3 Prozent.

Auch die als krisensicher geltenden Pharmawerte von Roche sowie des Lebensmittelriesen Nestle rutschten rund ein Prozent ab. Novartis erholten sich. Ein Expertenausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) empfahl am Freitag den neuen Impfstoff Bexsero zur Vorbeugung einer Infektion mit Meningokokken-Erregern der Serogruppe B freizugeben. Händler sagten, bei diesen drei Werten sei der Eurex-Verfall am stärksten sichtbar gewesen.

Konjunktursorgen drückten die Aktien zyklischer Firmen ins Minus. ABB, Clariant, Geberit und Holcim verloren bis zu 1,5 Prozent.

Eine Verkaufsempfehlung der Bank Vontobel drückte Ems-Chemie 4,5 Prozent ins Minus.

Berichte, dass Leclanche mit potenziellen Investoren verhandelt, trieben die Aktien des Batterienherstellers um elf Prozent hoch. Die Marktteilnehmer, die auf weitere Kursverluste gewettet hätten, stellten daher ihre Positionen glatt. Die Titel waren nach der Warnung vor einer angespannten Kapitalsituation Anfang November eingebrochen.