Bewegung im US-Haushaltsstreit gibt Wall Street Auftrieb

Samstag, 17. November 2012, 15:45 Uhr
 

New York (Reuters) - Die US-Börsen haben zum Wochenschluss zugelegt.

Es gebe Hoffnung auf eine Lösung im US-Haushaltsstreit, das stimme die Anleger optimistisch, sagten Händler. Die Republikaner hatten sich zuvor nach einem Treffen mit Präsident Barack Obama und dessen Demokraten im Weißen Haus unter Bedingungen auch zu Gesprächen über höhere Steuern bereit erklärt. Bislang schien der Streit zur Umschiffung der gefürchteten Fiskalklippe festgefahren. Die Zuspitzung der Krise in Nahost belastete hingegen die positive Grundstimmung. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent stieg aus Sorge vor einem Lieferengpass um weitere 1,1 Prozent.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 12.588 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 12.471 und 12.604 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,5 Prozent auf 1359 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq um 0,6 Prozent auf 2853 Punkte. Für die Handelswoche ergibt sich damit für den Dow noch ein Minus von 1,8 Prozent, für den S&P von 1,5 und für die Nasdaq ebenfalls von 1,8 Prozent. Der Deutsche Aktienindex Dax schloss in Frankfurt mit einem Abschlag von 1,3 Prozent bei 6950 Stellen.

Nach dem Treffen zum US-Haushaltsstreit sagten führende Republikaner, sie seien bereit zu Gesprächen auch über höhere Steuern. Das müsse aber einhergehen mit Ausgabenkürzungen des Staates und Änderungen bei Sozialprogrammen. Einigen sich Republikaner und Demokraten nicht, setzen mit Beginn 2013 automatisch Steuererhöhungen und Einsparungen ein. Die Maßnahmen im Volumen von etwa 660 Milliarden Dollar könnten die USA aber zugleich in eine Rezession stürzen. Das Thema belastet die Börsen seit längerem. "Ich gehe mal davon aus, dass die Regierung in irgendeiner Form zu einer Lösung gelangt", sagte Robert Pavlik von Banyan Partners. Aber mit jedem Tag ohne konkrete Fortschritte gehe der Börsentrend automatisch nach unten.

Im Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis hat die radikal-islamische Hamas am Freitag Jerusalem und Tel Aviv mit Raketen beschossen, verletzt wurde aber niemand. Dennoch wuchs in Tel Aviv die Angst vor Raketenangriffen wie im Golfkrieg vor gut 20 Jahren. Israel schließt eine Bodenoffensive nicht aus. Die Armee kann bis zu 75.000 Reservisten einberufen. Nahe der Grenze fuhren Panzer und Panzerhaubitzen auf.

Bei den Einzelwerten bekam Dell die Enttäuschung der Anleger zu spüren. Der Computer-Hersteller hatte einen deutlichen Rückgang des Quartalsgewinns bekanntgegeben. Die Aktie verlor 7,3 Prozent.

Papiere von Sears verloren knapp ein Fünftel ihres Wertes. Der US-Einzelhändler musste einen Umsatzrückgang hinnehmen. Grund war eine schwache Nachfrage nach Elektroartikeln.

Einen Abschlag von 1,5 Prozent gab es bei Applied Materials. Der Chip-Ausrüster wurde für seine Umsatzprognose abgestraft, die hinter den Markterwartungen zurückblieb.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,95 Milliarden Aktien den Besitzer. 2258 Werte legten zu, 784 gaben nach und 67 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,18 Milliarden Aktien 1446 im Plus, 997 im Minus und 102 unverändert.