DAX-VORSCHAU: Konjunktur rückt wieder in den Vordergrund

Sonntag, 18. November 2012, 11:51 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Mit dem Auslaufen der Quartalsberichts-Saison werden in der neuen Woche wieder Konjunkturdaten die Richtung des deutschen Aktienmarktes vorgeben.

Dabei besteht nach Einschätzung von Analysten die Chance, dass sich der Dax stabilisiert oder sogar erholt. In der alten Woche verlor der deutsche Leitindex drei Prozent. "Die Kursverluste der vergangenen Wochen waren etwas zu viel des Schlechten", sagt NordLB-Aktienstratege Tobias Basse. Auch Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp hält den Pessimismus der Anleger für überzogen. "Wir empfehlen daher, die aktuelle Kursschwäche zum Aufstocken von Aktienpositionen zu nutzen."

Eine Kursrally sei vorerst aber nicht zu erwarten, betont NordLB-Experte Basse. Schließlich sorgten die Schuldenkrisen in den USA und Europa für Verunsicherung. "Da werden viele abwarten, bis sich der Nebel lichtet", fügt er hinzu. Auch die bevorstehenden Feiertage veranlassten Investoren sicher dazu, nur mit angezogener Handbremse zu agieren. Die Wall Street bleibt am Donnerstag wegen des US-Erntedankfestes (Thanksgiving) geschlossen und macht am Freitag vorzeitig zu. Am Freitag gibt es in zudem Japan wegen eines Feiertages keinerlei Aktienhandel.

In den USA laufen zum Jahresende Steuererleichterungen aus, gleichzeitig drohen automatische Ausgabenkürzungen, wenn sich Präsident und Kongress nicht auf einen neuen Haushalt einigen. Ohne eine Beilegung des Haushaltsstreits könnte die weltgrößte Volkswirtschaft über diese sogenannte "Fiskalklippe" in die Rezession stürzen. "Eine schnelle Aussicht auf Einigung würde einen positiven Impuls aussenden, was jedoch eher unwahrscheinlich ist", resümieren die Analysten der Landesbank Berlin in ihrem Marktkommentar.

"FISKALKLIPPE" NAHT - WIE SCHLÄGT SICH DIE US-KONJUNKTUR?

Bei den Konjunkturdaten richtet sich die Aufmerksamkeit der Anleger unter anderem auf die Frühindikatoren aus den USA, die am Mittwoch auf dem Terminplan stehen. Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einem Rückgang auf 0,2 Prozent von 0,6 Prozent im Vormonat.

Wegen der Bedeutung des Arbeitsmarktes für das Wirtschaftswachstum warten Börsianer auch gespannt auf die Veröffentlichung der wöchentlichen Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe, die wegen Thanksgiving auf Mittwoch vorgezogen wird. Allerdings ist bislang unklar, wie stark diese Zahlen durch die Auswirkungen des Wirbelsturms "Sandy" verzerrt werden. Gleiches gilt für die US-Wohnbaubeginne, die am Dienstag bekanntgegeben werden sollen.

Am Donnerstag sollen die Konjunkturindizes der deutschen und der europäischen Einkaufsmanager veröffentlicht werden. Experten sagen in beiden Fällen stagnierende Werte voraus. Am Freitag folgt dann der Ifo-Geschäftsklimaindex. Analysten rechnen mit einem Rückgang des Stimmungsbarometers auf 99,5 Punkte von 100 Zählern im Vormonat.

BEKOMMT GRIECHENLAND WEITERE GELDER?   Fortsetzung...

 
Traders are pictured at their desks in front of the DAX board at the Frankfurt stock exchange November 15, 2012. REUTERS/Remote/Marthe Kiessling (GERMANY - Tags: BUSINESS)