Asien-Börsen überwiegend fester - Hoffnung auf US-Etat

Dienstag, 20. November 2012, 08:21 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Hoffnungen auf eine Einigung im US-Haushaltsstreit haben den meisten Börsen in Fernost am Dienstag Gewinne beschert.

Der japanische Aktienmarkt drehte dagegen ins Minus, nachdem die Notenbank des Landes den Schlüsselzins unangetastet ließ. Dies war zwar erwartetet worden, löste aber in Tokio nach dem jüngsten Aufwärtstrend Gewinnmitnahmen aus. Zudem begann sich der Handel langsam abzuschwächen, weil sich die Anleger schon auf das lange und umsatzschwache Thanksgiving-Wochenende an der Wall Street einstellten. Gestützt wurden die Aktienmärkte von der Aussicht auf ein positives Signal der Euro-Finanzminister an Griechenland bei ihrer Sitzung am Dienstag. Nach der Herabstufung Frankreichs durch Moody's verlor der Euro an Boden.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,1 Prozent im Minus bei 9142 Zählern und beendete damit eine viertägige Gewinnphase. Der breiter gefasste Topix-Index ging kaum verändert auf einem Stand von 762 Punkten aus dem Handel. Auch der Aktienmarkt in Shanghai tendierte schwächer, während die Börsen in Singapur, Taiwan und Korea zulegten.

Am Vorabend hatte die Wall Street mit einem Plus von rund zwei Prozent ihre Gewinnserie fortgesetzt. Auch hier wurde der Handel befeuert durch Hoffnungen der Anleger, dass US-Präsident Barack Obama und der Kongress ihren Disput um das Budget des Landes noch rechtzeitig beilegen können. In diesem Fall wären auch die Investoren die Sorge los, dass zur Jahreswende automatisch milliardenschwere Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft treten und die Wirtschaft abwürgen könnten.

In Japan verhallten dagegen die Forderungen aus der Opposition ungehört, die Zentralbank möge der lahmen Wirtschaft mit neuen Konjunkturmaßnahmen auf die Sprünge helfen. Die Währungshüter beließen den Schlüsselzins unverändert auf dem Niveau von 0,0 bis 0,1 Prozent und veränderten auch ihre Einschätzung der grundsätzlichen Wirtschaftslage nicht.

In Tokio gaben die Aktien vieler exportorientierter Unternehmen in Folge der kräftigen Vortagesgewinne nach. Canon verlor 0,9 Prozent, Honda gut ein und Nikon 0,3 Prozent. Zu den größten Gewinnern gehörten dagegen Schifffahrtswerte, die von einem Anstieg des Branchenbarometers Baltic Dry Index profitierten. So legten Nippon Yusen, Kawasaki Kisen und Mitsui OSK Lines zwischen knapp einem und fast vier Prozent zu.

Der Euro wurde mit 1,2788 Dollar bewertet, nach 1,2814 Dollar im späten US-Handel am Montag. Am Vortag war der Euro noch auf den höchsten Stand seit knapp zwei Wochen gestiegen. Händler erklärten jedoch, die Herabstufung Frankreichs dürfte keine langanhaltenden Folgen für den Kurs des Euro haben, da sie allseits erwartet worden sei.

 
A security guard watches a screen showing newly-elected General Secretary of the Central Committee of the Communist Party of China (CPC) Xi Jinping speaking during a news conference, in front of an electronic board showing stock information at a brokerage house in Huaibei, Anhui province November 15, 2012. Onshore Chinese shares sank to their lowest in seven weeks on Thursday, reversing the previous session's gains, as uncertainty lingered about the policies of China's newly unveiled top leadership, led by Communist Party and military chief Xi Jinping. REUTERS/Stringer (CHINA - Tags: BUSINESS POLITICS) CHINA OUT. NO COMMERCIAL OR EDITORIAL SALES IN CHINA