Versöhnliche Töne in Haushaltsstreit helfen Wall Street

Dienstag, 20. November 2012, 08:20 Uhr
 

New York (Reuters) - Die Hoffnung auf einen Durchbruch im US-Haushaltsstreit hat der Wall Street am Montag zu deutlich Kursgewinnen verholfen.

Investoren setzten darauf, dass sich Demokraten und Republikaner auf eine Anhebung der Schuldengrenze einigen und automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen im kommenden Jahr vermeiden. Viele Experten rechnen andernfalls mit dem Rückfall in eine Rezession. Für Optimismus sorgten auch Zahlen vom Immobilienmarkt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg um 1,65 Prozent auf 12.795 Punkte. Im Tagesverlauf pendelte er zwischen den Marken von 12.590 und 12.796 Stellen. Der breiter gefasste S&P 500 kletterte um zwei Prozent auf 1386 Zähler. Der Nasdaq-Index ging mit einem Plus von 2,2 Prozent auf 2916 Punkten aus dem Handel. Die Vorgaben aus den USA verhalfen auch dem Dax zu einem Gewinn von 2,5 Prozent auf 7124 Zähler.

Anlass für Optimismus in den USA sahen die Anleger vor allem darin, dass sich am Freitag im US-Haushaltsstreit die beiden Konfliktparteien etwas angenähert hatten. Die Republikaner signalisierten nach einem Treffen mit Präsident Barack Obama und dessen Demokraten ihre Bereitschaft zu Gesprächen über höhere Steuern. "Es ist ziemlich deutlich geworden, dass beide Seiten kompromissbereit sind und verhandeln wollen", sagte Joseph Tanious von J.P. Morgan Funds.

Bei den Einzelwerten waren besonders die Aktien der Baumarktkette Lowe's gefragt, die um 6,2 Prozent anzogen. Lowe's profitierte im abgelaufenen Quartal von einer höheren Nachfrage vor dem Wirbelsturm "Sandy".

Auch ein Milliardenzukauf des weltgrößten Netzwerkausrüsters Cisco Systems kam bei Anlegern gut an. Cisco kauft für 1,2 Milliarden Dollar die auf Cloud Computing spezialisierte Meraki. Cisco-Aktien gewannen 1,7 Prozent.

General-Motors-Aktien zogen um 4,5 Prozent an. Zum Bau der Billigmarke Baojun eröffnete der Autokonzern zusammen mit seinen chinesischen Partnern am Sonntag ein neues Werk in dem asiatischen Land.

Intel-Papiere entwickelten sich mit einem Plus von 0,3 Prozent deutlich schwächer als der Gesamtmarkt. Der weltgrößte Chiphersteller hatte überraschend mitgeteilt, dass Firmenchef Paul Otellini im Mai in den Ruhestand geht. Nach einem Nachfolger wird noch gesucht.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 710 Millionen Aktien den Besitzer. 2683 Werte legten zu, 348 gaben nach, und 64 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,77 Milliarden Aktien 1949 im Plus, 521 im Minus und 88 unverändert.

 
The Wall Street sign is seen near the New York Stock Exchange, November 19, 2012. REUTERS/Chip East (UNITED STATES - Tags: BUSINESS)