Wall Street eröffnet im Minus - HP-Aktie verliert 13 Prozent

Dienstag, 20. November 2012, 15:56 Uhr
 

New York (Reuters) - Belastet von der Herabstufung Frankreichs sind die US-Aktienmärkte am Dienstag mit Verlusten in den Handel gestartet.

Dass die Ratingagentur Moody's Frankreich die Topbonitätsnote entzogen habe, verunsichere die Anleger, sagten Analysten. Das Downgrade sei auch eine Warnung an die Politiker in den USA, ihren Haushaltsstreit endlich beizulegen und einen Kompromiss zur Verringerung des Schuldenbergs zu finden. Bei den Einzelwerten sorgte eine Milliarden-Abschreibung des Computer-Herstellers Hewlett Packard für zusätzlich schlechte Stimmung auf dem Börsenparkett.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab in den ersten Minuten um 0,4 Prozent auf 12.747 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,3 Prozent auf 1383 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 2911 Punkte.

Moody's hatte Frankreich als zweitgrößter Volkswirtschaft der Euro-Zone zuvor die Bonitäts-Bestnote entzogen und damit eine neue Flanke in der Schuldenkrise geöffnet. Nun könnte es für die Regierung in Paris teurer werden, frisches Geld an den Kapitalmärkten aufzunehmen. Dadurch würde sich die ohnehin schwierige Haushaltslage weiter verschärfen.

Bei den Einzelwerten stand Hewlett Packard (HP) im Blickpunkt: Der Aktienkurs des Computer- und Druckerherstellers fiel wegen der Milliarden-Abschreibung um rund 13 Prozent. Der Konzern wies wegen der Übernahme der Software-Firma Autonomy überraschend eine Belastung von 8,8 Milliarden Dollar aus. HP begründete den Schritt mit "schweren Bilanz-Unregelmäßigkeiten" bei dem im vergangenen Jahr übernommenen Unternehmen. Für das abgelaufene Quartal musste HP einen Verlust hinnehmen. Auch der Umsatz ging wegen eines sinkenden Marktanteils bei Computern und einer geringeren Nachfrage nach HP-Druckern zurück.

Die Papiere des Ketchup-Herstellers H.J. Heinz verloren 1,1 Prozent. Das Unternehmen hatte dank einer soliden Nachfrage in Schwellenländern sowie günstiger Steuereffekte im abgelaufenen Geschäftsquartal mehr verdient als erwartet.

Ein Lichtblick kam vom Immobiliensektor: Die Zahl der Baubeginne von Wohnungen stieg im Oktober auf den höchsten Stand seit Juli 2008. Auf das Jahr hochgerechnet stieg die Zahl um 3,6 Prozent auf 894.000. Von Reuters befragte Analysten hatten nach 863.000 im September nun mit einem Rückgang auf 840.000 gerechnet.