Gewinnmitnahmen belasten Schweizer Börse - CS schwach

Dienstag, 20. November 2012, 15:58 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag schwächer tendiert.

Nach dem kräftigen Anstieg vom Vortag und wegen der unsicheren Aussichten stellten die Marktteilnehmer Gewinne sicher, sagten Händler. Der Verlust der Top-Bonitätsnote für Frankreich verstärkte den Trend. Die Ratingagentur Moody's hatte die Kreditwürdigkeit des Landes um eine Stufe auf "Aa1" gesenkt. Für Zurückhaltung sorgte zudem das Treffen der Euro-Finanzminister in Brüssel. Die Politiker wollen klären, wie die Finanzlücken in Griechenland bis 2014 geschlossen werden können.

Der Bluechip-Index SMI notierte um 0,5 Prozent tiefer bei 6603 Punkten. Der breite SPI verlor ebenfalls 0,5 Prozent auf 6081 Zähler.

Im Zentrum des Interesses stand Credit Suisse. Die Aktien sanken um 2,6 Prozent. Die Grossbank führt Private Banking und Asset Management zusammen. Die neue Division Private Banking & Wealth Management wird gemeinsam von Hans-Ulrich Meister und Robert Shafir geleitet. Auch das Investmentbanking soll neu eine Doppelspitze verantworten: Eric Varvel und Gael de Boissard. Walter Berchtold, Chairman Private Banking, verlässt die Bank. Die Reorganisation der Bank gehe den Anlegern zu wenig weit, sagten Händler. "Nicht wirklich das, was wir erwartet haben", erklärten die Analysten der Bank Sarasin.

Die Aktien von Konkurrent UBS sanken um 1,5 Prozent. Der frühere UBS-Händler Kweku Adoboli wurde in London einem von sechs Anklagepunkten wegen Betrug schuldig gesprochen.

Auch andere Bankaktien litten unter Abgaben. Der europäische Branchenindex büsste gut ein Prozent ein.

Auch die Versicherungen neigten zur Schwäche, schlugen sich mit Kursrückgängen von weniger als einem Prozent aber besser als die Banken.

Die Anteile der als krisensicher geltenden Pharmatitel Novartis und Roche büssten jeweils 0,8 Prozent ein und die Titel des Lebensmittelriesen Nestle verloren im Ausmass des Gesamtmarktes ebenfalls Terrain.

Kursgewinne verzeichneten Aktien einzelner zyklischer Firmen wie ABB, Adecco und Givaudan. Holcim, Geberit und Fischer wurden dagegen tiefer bewertet.

Die Anteile der beiden Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch gewannen 1,5 beziehungsweise ein Prozent. Die Schweizer Uhrenexporte stiegen im Oktober nominal um 13,2 Prozent auf 2,1 Milliarden Franken.

Schmolz+Bickenbach brachen nach einer Kurszielsenkung der UBS 8,5 Prozent ein.