Neue Schulden-Sorgen dämpfen Schweizer Börse

Mittwoch, 21. November 2012, 10:23 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat sich am Mittwoch im frühen Geschäft leicht abgeschwächt.

Das Scheitern der Gespräche über weitere Finanzhilfen für Griechenland und kritische Äusserungen von US-Notenbankchef Ben Bernanke über den US-Haushaltsstreit liessen die Angst vor den Folgen der Schuldenkrise aufleben und die Anleger vorsichtig agieren. Schon am Vortag war die Schuldenkrise wegen des Entzug der Bestnote Frankreichs durch die Ratingagentur Moody's wieder angeheizt worden und hatte die Märkte verunsichert.

Der SMI notierte um 10:00 Uhr um 0,2 Prozent leichter mit 6605 Punkten. Der breite SPI verlor ebenfalls 0,2 Prozent auf 6083 Zähler.

Am Nachmittag werden einige US-Konjunkturdaten veröffentlicht, die den Markt beeinflussen könnten. Darunter befinden sich auch die Erstanträge auf US-Arbeitslosenunterstützung, die wegen des Thanksgiving-Feiertags um einen Tag vorgezogen werden. Am Donnerstag bleiben die US-Börsen geschlossen und am Freitag findet nur ein verkürzter Handel statt. Daher rechneten Händler nicht mit einer Belebung im weiteren Verlauf. "In den USA schlagen viele Leute eine Brücke ins Wochenende und die Griechenland-Gespräche werden auch erst kommende Woche fortgesetzt. Da dürfte das Geschehen wohl in ruhigen Bahnen weitergehen", sagte ein Händler.

Uneinheitlich zeigten sich die Finanzwerte. Die Aktien der UBS und des Versicherers Helvetia ermässigten sich. Der Kurs der Aktie der Credit Suisse, die am Vortag Restrukturierungsmassnahmen angekündigt hatte, legte leicht zu. Verwaltungsratspräsident Urs Rohner hat die am Vortag angekündigten Umbaupläne der Grossbank als ausreichend verteidigt. "Wir brauchten keinen 'Big Bang'. Wir haben viel früher Risiken abgebaut als die meisten Konkurrenten", sagte er in einem Interview des "Tages-Anzeiger".

Die schwergewichteten Papiere von Roche und Nestle büssten ein halbes Prozent ein.

Novartis aber gewannen leicht Terrain. Der Pharmakonzern hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für Flucelvax, die erste Zellkultur-Impfung gegen die saisonale Grippe, erhalten.

Bei den Anteilen der zyklischen Firmen Adecco, Clariant, Geberit und Holcim setzte sich leicht negativer Trend durch.

Unter Druck standen die Papiere von Meyer Burger mit einem Abschlag von 3,4 Prozent. Der Solarzulieferer hat die Gewinn und Umsatzprognose gesenkt und verstärkt angesichts der Krise in der Photovoltaik die Sparbemühungen. Die Kosten sollen um weitere rund 30 Millionen Franken gesenkt werden. Dieses Jahr wird nur noch mit leicht mehr als 600 Millionen Franken Umsatz gerechnet und auf Stufe Ebitda mit einem Verlust von 20 bis 40 Millionen Franken.

Eine überraschende Kapitalerhöhung schickte die Aktien von Swiss Prime Site auf Talfahrt. Der Immobilienkonzern will das Kapital um rund 349 Millionen Franken erhöhen.