Neue Griechenland-Verzögerung bremst US-Börsen aus

Mittwoch, 21. November 2012, 19:16 Uhr
 

New York (Reuters) - Angesichts der neuen Zitterpartie um Griechenland haben sich die US-Anleger am Mittwoch kaum aus der Deckung gewagt.

Zudem zogen sich viele Investoren bereits ins lange Thanksgiving-Wochenende zurück. Die an der Wall Street Verbliebenen richteten ihr Augenmerk in einem wegen des bevorstehenden Feiertags verkürzten Handel auf Zahlen vom Arbeitsmarkt und zum Verbrauchervertrauen, die ihnen aber auch nur wenig Kaufimpulse lieferten. Der US-Haushaltsstreit, der in den vergangenen Tagen den Handel bestimmte, geriet etwas in den Hintergrund. Damit ließ aber auch der Auftrieb nach, den die Hoffnung auf eine Einigung zuletzt erzeugt hatte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum Mittag in New York um 0,3 Prozent auf 12.822 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verharrte auf dem Stand von 1387 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 0,2 Prozent auf 2922 Stellen zu. In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent fester bei 7184 Punkten.

"Der Markt ist bereits im Thanksgiving-Modus", sagte Analyst Andre Bakhos von Lek Securities. Vor dem Feiertag am Donnerstag war der Handelsschluss am Mittwoch auf 19.00 Uhr MEZ vorgezogen worden. Auf substanzielle Nachrichten zu Griechenland müsse der Markt weiter warten, sagte Bakhos. Den Euro-Finanzministern gelang es in der Nacht zuvor nicht, die Finanzierungslücke Griechenlands zu schließen. Somit liegt die dringend benötigte Hilfstranche für das südeuropäische Land weiter auf Eis.

Frischen Wind erhofften sich die Anleger von neuen Konjunkturdaten - doch vergeblich. Der Index für das Verbrauchervertrauen stieg im November nach endgültigen Berechnungen nur minimal. Unter den Konsumenten bleibt die Stimmung damit angespannt, die "Fiskalklippe" sorgt auch bei ihnen für Unsicherheit. Sollten sich Demokraten und Republikaner nicht auf einen Haushalt einigen, stehen Anfang des neuen Jahres automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen an. Dadurch droht der US-Wirtschaft ein Rückfall in die Rezession.

Auch am Arbeitsmarkt suchten die Investoren vergeblich nach einer Nachricht, die als Zündfunke für die Börse dienen könnte. In der vergangenen Woche haben sich zwar weniger Menschen arbeitslos gemeldet. Mit 410.000 ist der Wert aber immer noch vergleichsweise hoch. Grund dafür ist der Wirbelsturm "Sandy", der weite Teile der Wirtschaft lahmgelegt hatte.

Bei den Einzelwerten standen die Aktien des weltgrößten Traktor-Herstellers Deere im Mittelpunkt. Zwar verdiente der Agco-Rivale dank höherer Preise besser. Der Markt hatte jedoch mehr erwartet, die Papiere verloren 4,2 Prozent. Lichtblick war die Softwareschmiede Salesforce.com, deren Anteilsscheine gut acht Prozent höher gehandelt wurden. Der auf dem Markt für Cloud-Software mit SAP konkurrierende Konzern wurde dafür belohnt, dass er die Markterwartungen im dritten Quartal erfüllte und seinen Jahresausblick bekräftigte.