Konjunkturdaten machen Anlegern Lust auf Europas Aktien

Donnerstag, 22. November 2012, 17:21 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - In der Hoffnung auf eine Erholung der Weltkonjunktur haben Anleger am Donnerstag bei europäischen Aktien zugegriffen.

Sie stützten ihren Optimismus dabei auf positive Konjunkturdaten aus China und der Euro-Zone. Dax und EuroStoxx50 legten jeweils ein gutes halbes Prozent auf 7244 beziehungsweise 2533 Prozent zu.

"Es gab eine Menge Bedenken wegen der Aussichten für das Weltwirtschaftswachstum", sagte Aktienstratege Robert Parkes von HSBC Securities. "Vor diesem Hintergrund ist jede Verbesserung der chinesischen Daten willkommen."

Der Konjunkturindex der chinesischen Einkaufsmanager kletterte zum ersten Mal seit 13 Monaten wieder über die Schwelle von 50 Punkten und signalisierte damit Wirtschaftswachstum. "Zwar dürften von der aktuellen Erholung zunächst vor allem chinesische Unternehmen profitieren", schrieb Thomas Gitzel, Volkswirt der VP Bank, in einem Kommentar. "Doch exportstarke Länder wie Deutschland werden über kurz oder lang ebenfalls in den Genuss von zunehmenden Auftragseingängen aus China kommen."

Mit gewisser Erleichterung reagierten Investoren auf die teilweise besser als erwartet ausgefallenen europäischen Einkaufsmanager-Indizes. "Die gute Nachricht ist, dass es erste Anzeichen für eine Erholung gibt", sagte Analyst Alan Clarke von der Scotia Bank. Die Schlechte Nachricht sei, dass die Zahlen immer noch auf eine Rezession hindeuteten. Der europäische Einkaufsmanager-Index für die Industrie stieg im November überraschend stark auf 46,2 Punkte, blieb damit aber unter den Wachstumsschwelle von 50 Zählern.

Da die Wall Street wegen des US-Erntedankfestes (Thanksgiving) geschlossen blieb, hielten sich auch viele europäische Marktteilnehmer zurück. So lag der Aktienumsatz der Dax-Werte am Mittag mit 1,2 Milliarden Euro etwa 15 Prozent unter dem Niveau zur gleichen Zeit des Vortages.

LUFTHANSA IM AUFWIND - ÜBERNAHMEFANTASIE BEI CELESIO

Spitzenreiter der ersten deutschen Börsenliga waren Lufthansa, deren Aktien sich vier Prozent auf 12,41 Euro verteuert. Sie profitierten dabei ebenso wie zahlreiche Konkurrenten von Kursziel-Anhebungen durch die Analysten der Barclays Bank. Air France legten an der Pariser Börse 2,6 Prozent zu und die Titel der British Airways-Muttergesellschaft IAG gewannen in London 1,6 Prozent. Die Papiere der beiden Billig-Flieger Ryanair und EasyJet gewannen jeweils 1,3 Prozent.

Im Nebenwerte-Index MDax zogen die Aktien von Celesio um 2,1 Prozent auf 13,67 Euro an. Einem Bericht der "Financial Times Deutschland" zufolge lotet Firmenchef Markus Pinger aus, welcher Investor - falls notwendig - den 54,6-prozentigen Anteil von Haniel erwerben könnte. Das heize die bereits bestehenden Übernahmefantasien rund um Celesio wieder an, schrieb DZ Bank-Analyst Thomas Maul in einem Kommentar. Ein Haniel-Sprecher sagte auf Reuters-Anfrage, der Konzern habe keine Absichten, seinen Celesio-Anteil zu veräußern.

An der Londoner Börse stachen SABMiller mit einem Kursplus von 6,9 Prozent heraus. Der weltweit zweitgrößte Bierbrauer, zu dessen Marken Pilsner Urquell und Miller Genuine Draft gehören, hatte dank guter Geschäfte in Afrika und Lateinamerika ein Umsatz- und Gewinnplus bekanntgegeben. Rivale und Weltmarktführer Anheuser-Busch Inbev notierte an der Brüsseler Börse 0,6 Prozent fester.

 
The DAX board is pictured at the Frankfurt stock exchange November 22, 2012. REUTERS/Remote/Wolfgang Rattay (GERMANY - Tags: BUSINESS)