Konjunkturdaten ziehen Schweizer Börse hoch

Donnerstag, 22. November 2012, 18:02 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Hoffnungen auf eine Erholung der Weltwirtschaft haben am Donnerstag der Schweizer Börse zu einer festeren Tendenz verholfen.

Die Anleger fassten nach besser als erwarteten Konjunkturdaten aus Fernost und Euroland und der Entspannung im Nahostkonflikt neuen Mut und suchten Risikopapiere, sagten Händler. Auch die Schuldenproblemen in Europa und in den USA sahen manche Marktteilnehmer in einem weniger düsteren Licht. Der Leitindex SMI schloss um 0,53 Prozent höher auf 6679 Punkten. Der breite SPI stieg um ebenfalls 0,53 Prozent auf 6149 Zähler.

"Die Stimmung war ganz gut, was gefehlt hat, sind die Umsätze", sagte ein Händler. Die wegen des Thanksgiving-Feiertags geschlossenen US-Märkte hinterliessen ihre Spuren. Am Freitag findet zudem nur ein verkürzter Handel statt. Damit dürfte sich das Geschehen zum Wochenschluss auch im Schweizer Markt kaum mehr beleben.

Die stärkste Stütze des Marktes waren die Aktien des Pharmaschwergewichts Novartis, die um 0,8 Prozent höher waren. Händler sagten, die Aktie sei im US-Anlegermagazin "Barrons" lobend erwähnt worden. Auch die Papiere des Konkurrenten Roche, des Nahrungsmittelriesen Nestle und des Telekommunikationskonzerns Swisscom tendierten etwas fester.

Konjunkturhoffnungen sorgten für steigende Kurse bei den zyklischen Firmen. ABB gewannen 1,4 Prozent und Sulzer und Fischer rückten um mehr als ein halbes Prozent vor. Swatch legten knapp ein Prozent zu. Der Titel von Mitbewerber Richemont ermässigte sich dagegen nach Gewinnmitnahmen um 0,3 Prozent. Richemont hatte am Vortag ein Rekordhoch markiert.

Holcim bröckelten nach anfänglichen Gewinnen ab. Der Zementkonzern streicht laut einem Bericht der "Handelszeitung" in Spanien fast ein Drittel von insgesamt 1053 Stellen. Der Zementabsatz in dem südeuropäischen Land soll in den ersten neuen Monaten um ein Drittel gesunken sein.

Bei Finanzwerten stachen die Aktien der Swiss Life mit einem Plus von zwei Prozent heraus. Sie profitierten von einer Kurszielerhöhung der UBS. Am Vortag hatten Spekulationen auf eine Reorganisation den Aktienkurs des Lebensversicherers um sechs Prozent hochgetrieben.

Bei den Aktien der Grossbanken gaben Credit Suisse um 0,4 Prozent nach und UBS stiegen um fest ein Prozent. Der Titel der GAM Holding setzte den Erholungstrend fort. Der Titel war kürzlich im Zusammenhang mit dem Ausschluss aus dem MSCI Global Standard Index unter Druck geraten.

Die Aktie von Kudelski gewann knapp neun Prozent. Händler sprachen von einer technischen Erholung, nachdem der Kurs seit Monatsanfang 20 Prozent eingebüsst hatte. Zudem beurteilten manche Marktteilnehmer den geplanten Vorstoss der Gesellschaft in den Bereich "Cyber Security" als positiv.