Ifo-Index und Hoffnung auf Hellas-Deal stützen Euro

Freitag, 23. November 2012, 14:21 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Der überraschende Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindex hat den Euro am Freitag über der psychologisch wichtigen Marke von 1,29 Dollar gehalten.

Darüber hinaus sorgten Spekulationen um eine baldige Freigabe weiterer Hilfsgelder für Griechenland für eine positivere Stimmung. Die Gemeinschaftswährung kostete am Mittag 1,2903 Dollar nach 1,2893 Dollar zum EZB-Fixing am Vortag.

"Das aufgehellte Geschäftsklima macht Hoffnung, dass sich die Wirtschaft nach einem wahrscheinlich schwachen vierten Quartal stabilisiert", sagte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen. "Man muss jedoch noch abwarten: Ein Anstieg ist noch kein Signal für einen Wendepunkt." Das Stimmungsbarometer der deutschen Wirtschaft stieg im November auf 101,4 Punkte von 100,0 Zählern im Vormonat. Von Reuters befragte Experten hatten einen leichten Rückgang auf 99,5 Stellen vorausgesagt.

Beim Thema Griechenland wachse unter Investoren die Zuversicht, dass sich die Geldgeber einigen und weitere Hilfskredite auszahlen werden, sagte Devisenstratege Paul Robson von der Royal Bank of Scotland. "Ich rechne aber nicht mit einem Anstieg des Euro-Kurses auf sehr viel mehr als 1,30 Dollar."

Einem hochrangigen Regierungsvertreter zufolge haben sich die Euro-Staaten und der Internationale Währungsfonds (IWF) in der wichtigen Frage des Schuldenziels für Griechenland angenähert. Um zu einer endgültigen Lösung zu kommen, müsse aber noch eine Finanzlücke von zehn Milliarden Euro geschlossen werden. Für den kommenden Montag ist ein weiteres Treffen der Euro-Finanzminister angesetzt, nachdem sich die Runde am vergangenen Dienstag nicht auf weitere Hilfen für Griechenland hatte einigen können.

Investoren am Rentenmarkt reagierten zurückhaltend auf eine mögliche Annährung der Griechenland-Gläubiger. Der Bund-Future legte fünf Ticks auf 142,21 Punkte zu. "So lange kein offizielles Statement vorliegt, in dem die geplanten Maßnahmen - insbesondere zur Umschuldung - detailliert ausgeführt werden, werden wir keine größere Kursreaktion sehen", sagte ING-Zinsstratege Alessandro Giansanti.