Wall Street eröffnet zum Start ins Weihnachtsgeschäft fester

Freitag, 23. November 2012, 18:27 Uhr
 

New York (Reuters) - Die Hoffnung auf eine Entspannung in der Griechenland-Krise hat den US-Börsen zu Handelsbeginn am Freitag Auftrieb verliehen.

Im Streit über neue Finanzhilfen für die Regierung in Athen mehrten sich die Anzeichen für eine baldige Einigung. Dies ermutige die Anleger, sagten Händler. Das Handelsaufkommen war allerdings gering, da sich schon viele Börsianer wegen des Thanksgiving-Feiertags am Donnerstag in ein langes Wochenende verabschiedet und die Börsen ihre Handelszeit auf 19.00 Uhr MEZ verkürzt haben. Am "Black Friday", dem besonders umsatzstarken Tag nach dem Erntedank, an dem traditionell das Weihnachtsgeschäft in den USA eingeläutet wird, standen vor allem die Einzelhändler wie Branchenprimus Wal-Mart im Blickpunkt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte in den ersten Minuten 0,4 Prozent auf 12.893 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg ebenfalls um 0,4 Prozent auf 1396 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,5 Prozent auf 2940 Punkte.

"Es gibt ein paar gute Neuigkeiten aus Europa," sagte Analyst Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. Die Aussicht auf eine baldige Vereinbarung für neue Griechenland-Hilfen stimme die Anleger optimistisch und schüre wieder ihre Risikofreude. Einem griechischen Regierungsvertreter zufolge bewegte sich der Internationale Währungsfonds (IWF) bei den umstrittenen Fristen für die Sanierungsziele. Damit wäre ein Konflikt entschärft, der beim gescheiterten Verhandlungsmarathon in Brüssel Eurozonen-Finanzminister und IWF entzweit hatte. Bei einem neuen Anlauf am Montag müsste nach Athener Regierungsangaben nur noch eine Finanzlücke von zehn Milliarden Euro gedeckt werden, um das Paket zu schnüren.

Die Einzelhändler setzen trotz der Konjunkturflaute auch in diesem Weihnachtsgeschäft auf florierende Geschäfte. Auch weil die Läden diesmal an zwei zusätzlichen Tagen geöffnet sind. Allerdings wird befürchtet, dass die Kunden wegen der hohen Arbeitslosigkeit ebenso ihr Geld stärker zusammenhalten könnten wie aus Furcht vor Steuererhöhungen, die drohen, wenn der US-Kongress den Haushaltskonflikt nicht noch entschärfen kann. Auch die Auswirkungen von Hurrikan "Sandy" an der Ostküste dürften manchen Verbraucher zum Sparen zwingen. Bei den Einzelwerten legten die Papiere von Branchenprimus Wal-Mart 0,2 Prozent zu. Die Titel des Rivalen JC Penny verteuerten sich um rund ein Prozent. Die Aktien der Elektronikkette Best Buy gewannen sogar mehr als zwei Prozent.

 
The Wall Street sign is seen near the New York Stock Exchange, November 19, 2012. REUTERS/Chip East (UNITED STATES - Tags: BUSINESS)