Anleger an Schweizer Börse werden optimistischer

Freitag, 23. November 2012, 19:46 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Unerwartet gute Konjunkturdaten aus Deutschland und die Hoffnung auf eine baldige Lösung für das Schuldenproblem Griechenlands haben der Schweizer Börse zum Wochenschluss weiteren Auftrieb verliehen.

Eine starke Eröffnung an der Wall Street, die am Vortag wegen Thanksgiving geschlossen war, sorgte für zusätzlichen Auftrieb.

Der SMI stieg um 0,5 Prozent auf 6715 Punkte und schloss damit den fünften Tag infolge fester. Gegenüber der Vorwoche hat der Leitindex damit gut drei Prozent zugelegt. Der breite SPI stieg um ebenfalls 0,5 Prozent auf 6182 Zähler. Das Geschäft verlief bei dünnen Umsätzen in ruhigen Bahnen.

Die Aktien der Banken legten mehrheitlich zu. Das gescheiterte Steuerabkommen mit Deutschland habe keine negativen Auswirkungen auf das Geschehen an der Börse gehabt. "Das Nein aus Deutschland wurde erwartet. Alles andere wäre eine Riesenüberraschung gewesen", sagte ein Händler. Der Kurs der Credit Suisse stieg um 1,8 Prozent und der Kurs des Vermögensverwalters Julius Bär zog um 0,7 Prozent an.

Der Titel von Konkurrent UBS legte ein Prozent zu. Die Mitteilung, dass im Zusammenhang mit der Verurteilung des früheren Händlers Kweku Adoboli eine Busse zwischen 20 Millionen und 50 Millionen Pfund auf die Grossbank zukommen könnte, lastete damit nicht auf dem Kurs. Die Bank steht Kreisen zufolge kurz vor einer Einigung mit der britischen Bankenaufsicht Financial Service Authority (FSA). Adoboli war am Dienstag wegen Betrugs zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Seine Zockerei trug der UBS im September 2011 einen Handelsverlust von 2,3 Milliarden Dollar ein.

Die Versicherungswerte waren freundlich. Swiss Life fielen mit einem Plus von 3,2 Prozent positiv auf. "Es ist wie an den Vortagen: die Anleger hoffen auf eine Bereinigung der Altlasten", sagte ein Händler. Analysten erwarten, dass Swiss-Life einen Schlussstrich unter das Dauerthema AWD ziehen und bis zu 600 Millionen Franken abschreiben könnte. Am kommenden Mittwoch hält der Lebensversicherer einen Investorentag ab.

Die als krisensicher geltenden Marktschwergewichte Nestle, Novartis und Roche rückten rund ein halbes Prozent vor.

Die zyklischen Werte stiessen im Verlauf in die Gewinnzone vor. ABB und Holcim gingen ein halbes Prozent fester aus dem Handel. Adecco kletterten fast drei Prozent.

Arbonia-Forster, DKSH und EFG International profitierten von Kurszielerhöhungen und Kaufempfehlungen.