Schweizer Börse - Abwarten vor Finanzminister-Treffen

Montag, 26. November 2012, 13:20 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Montagnachmittag schwächer tendiert.

Nach den Gewinnen der Vorwoche bröckelten die Kurse bei dünnen Umsätzen ab. Vor den neuen Verhandlungen der Euro-Finanzminister über weitere Hilfen für Griechenland wollten sich die Anleger nicht aus dem Fenster lehnen und warteten ab.

Der Standardwerteindex SMI sank um 0,5 Prozent auf 6684 Punkte. Der breite SPI gab ebenfalls ein halbes Prozent auf 6148 Zähler nach.

Die USB-Aktien sanken um knapp ein Prozent. Die Aufsichtsbehörden der Schweiz und Grossbritanniens haben bei der Grossbank im Zusammenhang mit dem Londoner Handelsverlust schwerwiegende Kontrollmängel beanstandet. Ohne diese Mängel wären die betrügerischen Transaktionen des Händlers Kweku Adoboli nach Ansicht der FINMA früher entdeckt worden. Die britische Financial Services Authority (FSA) hat in Absprache mit der FINMA ihr eigenes Verfahren abgeschlossen und gegen die UBS eine Busse von 29,7 Millionen Pfund ausgesprochen. Die FINMA darf keine Geldstrafen verhängen.

Die Titel der Credit Suisse bröckelten nach anfänglichen Kursgewinnen 0,3 Prozent ab. Die Aktien der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel verloren 1,3 beziehungsweise 2,4 Prozent. Europaweit waren die Banken ebenfalls auf dem Rückzug: Der Sektorindex gab ein Prozent nach.

Auch die Versicherungswerte gaben nach, meist aber weniger stark als die Banken. Unter die Räder kamen allerdings Swiss Re mit 1,3 Prozent Kursabschlag. Der Ende Oktober an der Ostküste der USA wütende Hurrikan "Sandy" kostet den Rückversicherer nach einer ersten Schätzung rund 900 Millionen Dollar. Den Schaden für die Branche durch den Wirbelsturm schätzt Swiss Re auf 20 bis 25 Milliarden Dollar - womit "Sandy" zum zweitteuersten Hurrikan seit 1980 werden könnte.

Die Straumann-Aktien schnellten 3,9 Prozent hoch. Bei dem Zahnimplantate-Hersteller wird der Staatsfonds von Singapur (GIC) mit 14 Prozent Anteil zum Grossaktionär. Firmengründer Thomas Straumann verkaufte ein Zehn-Prozent-Paket an GIC und hält noch 17 Prozent an der Firma.

Die als krisensicher geltenden und schwergewichtigen Pharmawerte Novartis und Roche verloren im Rahmen des Marktes. Auch Nahrungsmittelwert Nestle lag leicht im Minus.

Zyklische Aktien wie ABB, Adecco, Swatch und Richemont büssten meist Terrain ein.