Euro-Anleger warten vor neuem Griechenland-Poker ab

Montag, 26. November 2012, 15:01 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Für Devisen- und Anleihe-Anleger in Europa hieß es am Montag wieder einmal Abwarten und nach Brüssel schauen.

Denn dort könnte zumindest vorläufig das Schicksal Griechenlands entschieden werden. "Der Optimismus ist hoch, dass ein zumindest vorübergehendes Hilfspaket auf den Weg gebracht werden wird", erklärten die Analysten der Metzler Bank. Darauf handeln mochten die meisten Investoren aber noch nicht. Der Wahlausgang in Katalonien, wo fast zwei Drittel der Sitze im Regionalparlament an Parteien ging, die die Region rund um Barcelona per Referendum von Spanien loslösen wollen, spielte kaum eine Rolle.

Der Euro notierte mit 1,2965 Dollar geringfügig niedriger als am Freitagabend. Der Bund-Future legte 25 Ticks auf 142,37 Punkte zu, machte damit aber nur einen kleinen Teil der Vorwochenverluste gut. Die spanischen und italienischen Staatsanleihen notierten meist kaum verändert.

Vor allem Griechenland stand im Fokus. "Jüngst ließen deutsche Politiker eher optimistische Töne verlauten, sodass wir mit einer neuen Hilfszahlung an die Athener Regierung rechnen", erklärte Helaba-Analyst Rolf Umlauf. In der Vorwoche waren die Verhandlungen am Streit über das langfristige Sanierungsziel für Griechenland zwischen dem IWF und den Euro-Ländern gescheitert. Inzwischen hat sich der Internationale Währungsfonds (IWF)Kreisen zufolge aber bewegt. Medienberichten zufolge drängen IWF und EZB die deutsche Bundesregierung zu einem massiven Forderungsverzicht, was Deutschland aber bislang strikt ablehnt.

Das Wahlergebnis in Katalonien wurde von den meisten Finanzmarktanalysten nicht nur negativ gesehen. Denn die Regierungspartei, die erst vor kurzem auf den Abspaltungskurs eingeschwenkt war, hatte an Zustimmung verloren. Damit erschwere sich der Weg zu Unabhängigkeit der wirtschaftlich starken spanischen Region, erklärten Analysten. Vorläufig werde es kein Referendum über eine Unabhängigkeit geben. Die Renditen der zehnjährigen spanischen Staatsanleihen zogen um zwei Basispunkte auf 5,65 Prozent an.

Am Devisenmarkt konnte der Yen zum Dollar und Euro etwas Boden gut machen. Der Dollar fiel auf 82,13 Yen von 82,41 Yen am Freitag, der Euro auf 106,45 von 106,86 Yen. "Nach den Kursgewinnen der letzten Zeit ist das eine ganz normale technische Reaktion", sagte ein Händler. Börsianer hatten vorige Woche auf eine weitere Senkung des ohnehin schon niedrigen Leitzinsniveaus in Japan spekuliert.