Wall Street startet schwächer - Facebook und Yahoo gefragt

Montag, 26. November 2012, 16:02 Uhr
 

New York (Reuters) - Die Wall Street hat am Montag schwächer eröffnet. Die Anleger verunsicherte vor allem, dass die Suche nach einem Kompromiss zur Beilegung des Haushaltsstreits in den USA kommt bislang nur schleppend vorankommt.

Bis zu einer Einigung dürfte der politische Hickhack um die sogenannte "Fiskalklippe" noch zu erheblichen Kursschwankungen führen, sagten Börsianer. Auch die Beratungen der Euro-Finanzminister über neue Hilfen für Griechenland standen im Blickpunkt, nachdem ein Treffen in der vorigen Woche keine Einigung gebracht hatte.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab in den ersten Minuten um 0,6 Prozent auf 12.934 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,5 Prozent auf 1402 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 2963 Punkte.

Im US-Haushaltsstreit seien in den vergangenen zehn Tagen kaum Fortschritte erzielt worden, sagte der demokratische Senator Dick Durbin dem Sender ABC. Die Zeit drängt, denn wenn kein Kompromiss im Kongress gelingt, treten zum Jahreswechsel automatisch Haushaltsschritte ein, die das Defizit zwar drastisch reduzieren sollen. Doch weil sie so schnell und umfassend greifen, befürchten Experten, dass die USA dadurch in eine Rezession gestürzt werden könnten.

Zudem schauten die Anleger nach Brüssel. Denn dort könnte am Montag zumindest vorläufig das Schicksal Griechenlands entschieden werden. Die Finanzminister der Euro-Zone und der IWF machten Griechenland Hoffnungen auf die baldige Freigabe der so dringend benötigten Milliardenhilfen. Mehrere Minister hatten kurz vor dem entscheidenden Treffen die Bereitschaft zu einer schnellen Einigung signalisiert. Frankreichs Finanzminister Pierre Moscovici sprach von einer 95-prozentigen Wahrscheinlichkeit für eine Einigung.

Bei den Einzelwerten legten die Aktien des angeschlagenen Internetpioniers Yahoo um 2,3 Prozent auf 19 Dollar zu. Zuvor hatte die Bank Goldman Sachs laut "streetinsider.com" ihr Kursziel für die Yahoo-Aktien auf 24 von 22 Dollar erhöht.

Ebenfalls begehrt waren die Anteilsscheine von Facebook, nachdem das Brokerhaus Bernstein die Anteilsscheine des weltgrößten sozialen Netzwerks auf "outperform" von "market perform" hochgestuft hatte.

Stark nachgefragt wurden die Aktien des Finanzdienstleisters Knight Capital Group mit einem Plus von knapp elf Prozent. Aus Kreisen verlautete, dass sich das Unternehmen von Geschäftsteilen trennen könnte.

Auf den Verkaufslisten standen indes die in den USA gehandelten Dividendenpapiere der britischen Bank Barclays mit einem Abschlag von mehr als fünf Prozent. Das Scheichtum Katar ließ die Gelegenheit verstreichen, seinen Anteil an der Investmentbank aufzustocken. Die Qatar Holding, seit der Finanzkrise mit 6,65 Prozent größter Barclays-Aktionär, macht stattdessen ihre restlichen 379 Millionen Optionen auf Barclays-Aktien zu Geld. Die Aktien, die Katar für die Optionen bekommen hat, wurden am Montag von Goldman Sachs und der Deutschen Bank für insgesamt 739 Millionen Pfund (rund 913 Millionen Euro) bei institutionellen Investoren platziert. Der Platzierungspreis lag bei 244 Pence, vier Prozent unter dem Schlusskurs vom Freitag.