Nervosität an Schweizer Börse vor Griechenland-Beschluss

Montag, 26. November 2012, 17:44 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Montag angesichts der anhaltenden Unsicherheit über neue Finanzhilfen für Griechenland mit Verlusten geschlossen.

Nach den Gewinnen der Vorwoche bröckelten die Kurse bei dünnen Umsätzen ab. Auch an der Wall Street tendierten die Kurse zuletzt deutlich tiefer. Für Streit unter den Griechenland-Gläubigern sorgten bislang die unterschiedlichen Massnahmen zur langfristigen Sanierung des Landes. Nach Ansicht des deutschen Finanzministeriums dürfte sich die Euro-Gruppe aber auf ein Rettungspaket für Griechenland ohne Schuldenschnitt einigen.

Der Standardwerteindex SMI schloss ein knappes halbes Prozent tiefer bei 6681,88 Punkten. Der breite SPI gab ebenfalls 0,5 Prozent auf 6151,07 Zähler nach.

Die USB-Aktien sanken um anderthalb Prozent. Die Aufsichtsbehörden der Schweiz und Grossbritanniens haben bei der Grossbank im Zusammenhang mit dem Londoner Handelsverlust schwerwiegende Kontrollmängel beanstandet. Ohne diese Mängel wären die betrügerischen Transaktionen des Händlers Kweku Adoboli nach Ansicht der FINMA früher entdeckt worden. Die britische Financial Services Authority (FSA) hat in Absprache mit der FINMA ihr eigenes Verfahren abgeschlossen und gegen die UBS eine Busse von 29,7 Millionen Pfund ausgesprochen.

Die Titel der Credit Suisse büssten 0,1,3 Prozent ein. Die Aktien der Vermögensverwalter Julius Bär und Vontobel verloren 0,8 beziehungsweise ein Prozent. Europaweit waren Bankwerte auf dem Rückzug: Der Sektorindex ermässigte sich um 1,3 Prozent.

Auch die Versicherungswerte gaben nach, meist aber weniger stark als die Banken. Unter die Räder kamen allerdings Swiss Re mit 1,4 Prozent Kursabschlag. Der Ende Oktober an der Ostküste der USA wütende Hurrikan "Sandy" kostet den Rückversicherer nach einer ersten Schätzung rund 900 Millionen Dollar. Den Schaden für die Branche durch den Wirbelsturm schätzt Swiss Re auf bis zu 25 Milliarden Dollar - womit "Sandy" zum zweitteuersten Hurrikan seit 1980 zu werden droht. Die Aktien von Konkurrent Münchener Rück rückten in Frankfurt allerdings leicht vor.

Die Straumann-Aktien legten mehr als zwei Prozent zu. Bei dem Zahnimplantate-Hersteller steigt der Staatsfonds von Singapur (GIC) mit 14 Prozent Anteil zu einem Grossaktionär auf. Firmengründer Thomas Straumann verkaufte ein Zehn-Prozent-Paket an GIC und hält neu noch 17 Prozent an der Firma.

Die als krisensicher geltenden und schwergewichtigen Pharmawerte Novartis und Roche verloren im Rahmen des Marktes. Auch Nahrungsmittelwert Nestle lag marginal im Minus.

Zyklische Aktien wie Adecco, Swatch und Richemont büssten meist Terrain ein.