Gewinnmitnahmen belasten US-Börsen

Montag, 26. November 2012, 18:13 Uhr
 

New York (Reuters) - Gewinnmitnahmen haben am Montag die Wall Street belastet.

Nachdem alle wichtigen Indizes in der vergangenen Woche kräftig zugelegt hatten, machten Anleger ihre Investitionen jetzt zu Geld, sagten Händler. Insgesamt ließen sie jedoch Vorsicht walten. Die Suche nach einem Kompromiss zur Beilegung des Haushaltsstreits in den USA kommt bislang nur schleppend voran. Bis zu einer Einigung dürfte der politische Hickhack um die sogenannte "Fiskalklippe" noch zu erheblichen Kursschwankungen führen, sagten Börsianer. Auch der neue Anlauf der Euro-Finanzminister, sich auf weitere Hilfen für Griechenland zu einigen, war Thema. Im Blickpunkt standen die Einzelhändler wie Weltmarktführer Wal-Mart. Nach Thanksgiving wurde am vergangenen Freitag das Weihnachtsgeschäft eingeläutet. Es startete insgesamt verhalten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab bis zum Mittag 0,7 Prozent auf 12.920 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,6 Prozent auf 1400 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,2 Prozent auf 2960 Punkte. In Frankfurt ging der Dax mit einem Minus von 0,2 Prozent aus dem Handel.

Im US-Haushaltsstreit seien in den vergangenen zehn Tagen kaum Fortschritte erzielt worden, sagte der demokratische Senator Dick Durbin dem Sender ABC. Die Zeit drängt, denn wenn kein Kompromiss im Kongress gelingt, treten zum Jahreswechsel automatisch Haushaltsschritte ein, die das Defizit zwar drastisch reduzieren sollen. Doch weil sie so schnell und umfassend greifen, befürchten Experten, dass die USA dadurch in eine Rezession gestürzt werden könnten.

Zudem schauten die Anleger nach Brüssel. Denn dort könnte am Montag zumindest vorläufig das Schicksal Griechenlands entschieden werden. Die Finanzminister der Euro-Zone und der IWF machten Griechenland Hoffnungen auf die baldige Freigabe der so dringend benötigten Milliardenhilfen. Mehrere Minister hatten kurz vor dem entscheidenden Treffen die Bereitschaft zu einer schnellen Einigung signalisiert.

Für die US-Einzelhändler verlief der Start ins Weihnachtsgeschäft am sogenannten "Black Friday", dem Tag nach Thanksgiving, offenbar zufriedenstellend, aber nicht berauschend. Vor allem das Internet-Geschäft verzeichnete deutlich stärkere Wachstumsraten als das traditionelle Geschäft. US-Online-Händler setzten in diesem Jahr erstmals an einem einzigen Tag mehr als eine Milliarde Dollar um. Die Aktien von eBay legten denn auch 2,7 Prozent zu, die Anteilsscheine von Wal Mart verloren dagegen 0,8 Prozent und die von Konkurrent Target zwei Prozent.

Die Aktien des angeschlagenen Internetpioniers Yahoo stiegen ein Prozent auf 18,75 Dollar nachdem die Bank Goldman Sachs laut "streetinsider.com" ihr Kursziel für die Yahoo-Aktien auf 24 von 22 Dollar erhöhte. Ebenfalls begehrt waren die Anteilsscheine von Facebook, nachdem das Brokerhaus Bernstein die Anteilsscheine des weltgrößten sozialen Netzwerks auf "outperform" von "market perform" hochgestuft hatte.

Stark nachgefragt wurden die Aktien des Finanzdienstleisters Knight Capital Group mit einem Plus von knapp zehn Prozent. Aus Kreisen verlautete, dass sich das Unternehmen von Geschäftsteilen trennen könnte.

Auf den Verkaufslisten standen indes die in den USA gehandelten Dividendenpapiere der britischen Bank Barclays mit einem Abschlag von fast sechs Prozent. Das Scheichtum Katar ließ die Gelegenheit verstreichen, seinen Anteil an der Investmentbank aufzustocken. Die Qatar Holding, seit der Finanzkrise mit 6,65 Prozent größter Barclays-Aktionär, macht stattdessen ihre restlichen 379 Millionen Optionen auf Barclays-Aktien zu Geld.