Griechenland-Einigung gibt Fernost-Börsen Auftrieb

Dienstag, 27. November 2012, 09:02 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Die Einigung auf neue Hilfen für Griechenland hat den Börsen in Fernost am Dienstag Auftrieb verliehen.

Für Erleichterung sorgte, dass die Euro-Finanzminister nach wochenlangem Ringen den Weg für die von der Regierung in Athen dringend benötigten Gelder in der Nacht freimachten. Zugleich verständigten sie sich darauf, Griechenlands Schuldenlast längerfristig mit einem Maßnahmenpaket um 40 Milliarden Euro zu senken. Nun dürfte sich die Aufmerksamkeit wieder verstärkt dem Haushaltsstreit in den USA zuwenden, der die weltgrößte Volkswirtschaft in eine neue Rezession stürzen könnte, sagten Händler. Zunächst griffen die Anleger bei Aktien aber zu. Auch der Euro war gefragt. Die Gemeinschaftswährung stieg auf 1,3010 Dollar und damit den höchsten Stand seit einem Monat.

In Tokio schloss der Nikkei-Index 0,4 Prozent fester bei 9423 Punkten und erreichte damit nach dem vierten Handelstag in Folge im Plus den höchsten Schlussstand seit sieben Monaten. Der breiter gefasste Topix legte 0,3 Prozent auf 781 Zähler zu. Auch die Börsen in Hongkong, Seoul, Taiwan, Singapur und Sydney verbuchten Gewinne. Der Leitindex in Shanghai schloss dagegen mit einem Abschlag von 1,3 Prozent erstmals seit fast vier Jahren unter der Marke von 2000 Punkten.

Die Euro-Finanzminister verständigten sich nach den Worten von Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker nach einem erneuten Verhandlungsmarathon grundsätzlich darauf, die nächsten Finanzhilfen für Griechenland freizugeben. Die Anleger seien erleichtert, dass damit eine Staatspleite bis auf weiteres abgewendet worden sei, sagten Händler. "Nun werden sich die Leute auf die Fiskalklippe in den USA konzentrieren", sagte Jamie Elgar von Burrell & Co. "Das könnte noch einige Nervosität auslösen, vor allem wenn sich der Streit hinzieht."

Gefragt in Tokio waren vor allem von der Inlandsnachfrage getriebene Werte wie Banken- und Immobilienaktien. So verbuchte das Geldhaus SMFG ein Plus von 1,4 Prozent. Gewinnmitnahmen sorgten dagegen für Verluste bei den Exportwerten. Die Aktien des Autobauers Toyota gaben 1,3 Prozent nach. Die Titel des Rivalen Nissan verloren sogar 2,9 Prozent. Beim Kamerahersteller Nikon ging es 1,1 Prozent bergab.