Schweizer Börse - Griechenland-Hilfe erhöht Risikofreude

Dienstag, 27. November 2012, 17:12 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Einigung im Streit um weitere Finanzhilfen für Griechenland hat den Risikoappetit der Anleger an der Schweizer Börse erhöht.

Das kam vor allem den Industrietiteln zugute und teilweise auch Banken zugute.

Der Standardwerteindex SMI stieg bis kurz vor Schluss um 0,5 Prozent auf 6715 Punkte. Der breite SPI legte ebenfalls 0,5 Prozent auf 6181 Zähler.

Einer der grössten Gewinner im SMI waren die Aktien der Grossbank Credit Suisse mit einem Plus von etwas mehr als einem Prozent. Der Titel schwamm im Strom der insgesamt festeren europäischen Bankaktien mit, die im Durchschnitt knapp 0,5 Prozent zulegen konnten. Laut "Financial Times" will die Bank im Rahmen ihres Kostensenkungsprogramms in Großbritannien rund 100 Investmentbanking-Stellen abbauen. Die Titel des Lokalrivalen UBS rutschten nach anfänglichen Gewinnen in die Minuszone. Manche Anleger haben nach Händlerangaben noch die harsche Kritik der britischen und der Schweizer Aufsichtsbehörden wegen des Falls Adoboli an der Bank zu verdauen. Die Titel der Bank Vontobel konnten nach anfänglichen Verlusten gut 0,5 Prozent hinzugewinnen. Die Bank will ab 2013 für das Private Banking der Australia and New Zealand Banking Group in Asien Beratungsdienstleistungen und strukturierte Produkte bereitstellen.

Zu den Verlierern im Finanzsektor gehörten Swiss Re mit einem Kursrückgang von 9,6 Prozent. Der Rückversicherer war bereits am Vortag unter Druck geraten. Der Ende Oktober an der Ostküste der USA wütende Hurrikan "Sandy" kostet den Rückversicherer nach einer ersten Schätzung rund 900 Millionen Dollar. Den Schaden für die Branche durch den Wirbelsturm schätzt Swiss Re auf bis zu 25 Milliarden Dollar - womit "Sandy" zum zweitteuersten Hurrikan seit 1980 zu werden droht.

Bei den Industrietiteln konnten ABB, Adecco und Holcim je rund ein halbes Prozent vorrücken. Swatch stiegen 0,8 Prozent. Die OECD hatte einen verhaltenen Ausblick für die Weltkonjunktur vorgelegt. Auf der anderen Seite ist die Stimmung der Verbraucher in den USA so gut wie seit Februar 2008 nicht mehr wie das jüngste Barometer für das US-Verbrauchervertrauen zeigte.

Die defensiven Schwergewichte präsentierten sich zumeist fester. Roche legten 0,1 Prozent und Novartis stiegen knapp ein Prozent. Nestle lagen gut ein halbes Prozent im Plus.

Der Technologiekonzern Oerlikon hat den Verkauf des Solargeschäfts an Tokyo Electron abgeschlossen. Oerlikon fliessen damit rund 250 Millionen Franken zu. Die Aktie konnte knapp fünf Prozent zulegen. Knapp fünf Prozent fester tendierten auch Kuoni.