Hoffnungsschimmer im Haushaltsstreit stützt US-Börse

Mittwoch, 28. November 2012, 18:38 Uhr
 

New York (Reuters) - Der Optimismus eines zentralen Gegenspielers von US-Präsident Barack Obama im US-Haushaltsstreit hat an der Wall Street für Zuversicht gesorgt.

Der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus, John Boehner, signalisierte am Mittwoch Kompromissbereitschaft in dem Konflikt, der die Anleger seit Wochen in Atem hält. Ohne eine Einigung drohen den USA mitten in der nur schleppenden Konjunkturerholung automatische Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen. Nach Boehners positiv aufgefassten Äußerungen drehten die Indizes ins Plus. Vorhergehende Verluste waren nicht zuletzt durch enttäuschende Daten vom US-Häusermarkt ausgelöst worden.

Der Dow notierte zum New Yorker Mittagshandel 0,4 Prozent höher bei 12.926 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,2 Prozent auf 1401 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,1 Prozent auf 2971 Stellen. In Frankfurt ging der Dax 0,2 Prozent fester bei 7343 Punkten aus dem Handel. Für die Trendwende von zuvor 0,9 Prozent Minus war maßgeblich die Hoffnung auf eine Beilegung des US-Haushaltsstreits verantwortlich.

Boehner sagte, grundsätzlich könnte über Steuereinnahmen verhandelt werden. Allerdings müssten dann gleichzeitig mit Obamas Demokraten spürbare Ausgabenkürzungen vereinbart werden. Neuen Schwung in die Haushaltsgespräche wollte Präsident Obama bringen, der Wirtschaftsmanager zum Gespräch über das Thema ins Weiße Haus bat.

Zwar könne der Präsident damit nicht kurzfristig die Stimmung in den Unternehmen bessern, sagte Jack Ablin von der BMO Private Bank. "Aber wir glauben noch an einen Kompromiss im Kongress, bevor die Bombe der Fiskalklippe hochgeht." Mit diesem Begriff sind die automatischen Einsparungen zur Jahreswende gemeint, die die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession zu stürzen drohen. Sal Arnuk von Themis Trading zeigte sich dagegen zurückhaltender: Trotz positiver Signale überwiege am Markt beim Haushaltsthema immer noch die Vorsicht.

Einen Dämpfer erhielten die Börsen auch von den jüngsten Konjunkturzahlen: Im Oktober wurden weniger neue Einfamilienhäuser verkauft, was einen Schatten auf den zuletzt eher positiven Trend im Immobiliensektor warf. Am Mittwoch warteten die Investoren zudem gespannt auf den Konjunkturbericht der US-Notenbank, der im Verlauf erwartet wurde (20.00 Uhr).

Unter den Einzelwerten ragten Knight Capital heraus, die 15 Prozent in die Höhe schossen. Der Broker hat ein Übernahmeangebot von Getco LLC erhalten.