Zuversicht im US-Haushaltsstreit beflügelt Wall Street

Donnerstag, 29. November 2012, 17:54 Uhr
 

New York (Reuters) - Neue Hoffnungen auf eine Einigung im US-Haushaltsstreit und gute Konjunkturdaten haben am Donnerstag die Wall Street beflügelt.

Auslöser waren optimistische Äußerungen von US-Präsident Barack Obama und dem ranghohen Republikaner John Boehner zu den Etat-Verhandlungen. Sie zeigten sich zuversichtlich, dass Demokraten und Republikanern eine rechtzeitige Einigung gelingen und damit der drohende Rückschlag für die Konjunktur abgewendet werden kann. Beide Seiten haben noch bis zum Jahresende Zeit. "Es wird eine Lösung vor dem 31. Dezember geben, die die USA vor einem Desaster retten wird", sagte Peter Cardillo von Rockwell Global Capital in New York. "Wir sind wieder auf dem Weg zu einer Jahresendrally."

Zudem konnte die US-Wirtschaft ihr Wachstum im dritten Quartal mehr als verdoppeln. Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Juli und September mit einer Jahresrate von 2,7 Prozent zu, nachdem es im zweiten Quartal nur ein Plus von 1,3 Prozent gegeben hatte. Das Handelsministerium hob damit am Donnerstag das vorläufige Ergebnis von 2,0 Prozent kräftig an. Treiber waren die Exporte und der Wohnungsbau, während die Unternehmen erstmals seit mehr als einem Jahr weniger investierten.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte in den ersten Minuten um 0,3 Prozent auf 13.025 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,4 Prozent auf 1416 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 3009 Punkte.

Bei den Einzelwerten kletterten RIM-Aktien um gut neun Prozent, nachdem Goldman Sachs für die Anteilsscheine des Blackberry-Herstellers eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte.

Die Anteilsscheine der Supermarktkette Kroger verteuerten sich um 3,6 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlicht.

Auf den Verkaufslisten standen die Aktien von Tiffany. Der weltbekannte Juwelier senkte wegen einer enttäuschenden Silberschmuck-Nachfrage und schwacher Geschäfte in Asien seine Jahresziele bei Gewinn und Umsatz. Auf das Weihnachtsgeschäft werde aber mit Zuversicht geblickt. Tiffany-Aktien brachen um acht Prozent ein.

Ebenfalls abgestraft wurden die Anteilsscheine des Buchhandelsunternehmens Barnes & Noble nach Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal. Das Papier verbilligte sich um 5,7 Prozent. Für den Warenhausbetreiber Macy's ging es nach Bekanntgabe der November-Umsätze um knapp drei Prozent abwärts.

 
A holiday decoration is seen over Wall St. sign outside the New York Stock Exchange, November 27, 2012. REUTERS/Brendan McDermid (UNITED STATES - Tags: BUSINESS)