US-Börsen im Plus - "Geisel der US-Haushaltsgespräche"

Freitag, 30. November 2012, 06:56 Uhr
 

New York (Reuters) - An den US-Börsen haben die Händler sich am Donnerstag zwar in Kauflaune gezeigt, jedoch weiter nervös die Haushaltsgespräche in Washington verfolgt.

Während zu Handelsbeginn noch die positive Signale des Vortages aus den Verhandlungen die Wall Street beflügelten, dämpften später pessimistischere Darstellungen die Stimmung in New York etwas. Sollten sich Republikaner und Demokraten nicht bis Jahresende einigen können, könnten automatische Haushaltskürzungen und Steuererhöhungen die USA in die Rezession treiben. Entsprechend erwarteten Experten, dass der Streit auch in nächster Zukunft das bestimmende Thema an den Börsen sein wird.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss knapp 0,3 Prozent höher mit 13.021 Punkten. Im Verlauf pendelte er zwischen 13.062 und 12.961 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,4 Prozent auf 1415 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann etwa 0,7 Prozent auf 3012 Punkte. Der Dax schloss 0,8 Prozent fester bei 7400 Zählern.

Am Mittwoch hatten sich US-Präsident Barack Obama und der ranghohe Republikaner John Boehner optimistisch zu den Etat-Verhandlungen geäußert. Im Laufe des Handels am Donnerstag sagte Boehner jedoch, es habe in den vergangenen zwei Wochen keine substanzielle Fortschritte gegeben. Beide Parteien warfen sich gegenseitig vor, keine brauchbaren Vorschläge zu liefern. "Ich glaube, das Thema hält uns noch das restliche Jahr in Geiselhaft", sagte Eric Kuby von North Star Investment.

Konjunkturdaten sorgten für etwas Zuversicht. Die US-Wirtschaft konnte ihr Wachstum im dritten Quartal mehr als verdoppeln. Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Juli und September mit einer Jahresrate von 2,7 Prozent zu, nachdem es im zweiten Quartal nur ein Plus von 1,3 Prozent gegeben hatte. Das Handelsministerium hob damit am Donnerstag das vorläufige Ergebnis von 2,0 Prozent kräftig an. Treiber waren die Exporte und der Wohnungsbau, während die Unternehmen erstmals seit mehr als einem Jahr weniger investierten.

Bei den Einzelwerten kletterten RIM-Aktien um knapp vier Prozent, nachdem Goldman Sachs für die Anteilsscheine des Blackberry-Herstellers eine Kaufempfehlung ausgesprochen hatte.

Die Anteilsscheine der Supermarktkette Kroger verteuerten sich um 4,7 Prozent. Zuvor hatte das Unternehmen seine Quartalszahlen veröffentlicht.

Auf den Verkaufslisten standen die Aktien von Tiffany. Der weltbekannte Juwelier senkte wegen einer enttäuschenden Silberschmuck-Nachfrage und schwacher Geschäfte in Asien seine Jahresziele bei Gewinn und Umsatz. Auf das Weihnachtsgeschäft werde aber mit Zuversicht geblickt. Tiffany-Aktien brachen um 6,1 Prozent ein.

Ebenfalls abgestraft wurden die Anteilsscheine des Buchhandelsunternehmens Barnes & Noble nach Vorlage der Zahlen für das zweite Quartal. Das Papier verbilligte sich um 11,1 Prozent. Für den Warenhausbetreiber Macy's ging es nach Bekanntgabe der November-Umsätze um 4,3 Prozent abwärts.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 680 Millionen Aktien den Besitzer. 2133 Werte legten zu, 842 gaben nach und 120 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,75 Milliarden Aktien 1790 im Plus, 672 im Minus und 104 unverändert.

- von Edward Krudy