DAX-VORSCHAU-Adventszeit könnte neue Jahreshochs bringen

Freitag, 30. November 2012, 15:05 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Aktieninvestoren stehen Analysten zufolge vor einem gelungenen Start in die Adventszeit.

Notenbanksitzungen, wichtige Konjunkturdaten sowie der US-Arbeitsmarktbericht versprächen Auftrieb für den Aktienmarkt in der kommenden Woche, da sich die Zeichen einer Erholung der Wirtschaft verdichteten. "Die Stimmung derzeit ist positiv, und die Risikobereitschaft der Anleger steigt", sagt Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co. "Wenn die Daten und der US-Arbeitsmarktbericht nicht enttäuschen, dann kann das dem Markt für den gesamten Dezember einen Kick geben, so dass auch neue Hochs drin sind." Am Freitag notierte der Dax 0,5 Prozent höher bei 7435 Punkten. Damit hat er auf Wochensicht 1,7 Prozent gewonnen.

Diesseits und jenseits des Atlantiks geben die Einkaufsmanagerindizes in der neuen Woche Auskunft über die Wirtschaftslage. Auch der am Sonntag zur Veröffentlichung anstehende Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China dürfte Beachtung finden. Hierzulande werden am Donnerstag zudem die Auftragseingänge für die Industrie vom Oktober veröffentlicht. "Die ISM-Einkaufsmanagerindizes in den USA werden vermutlich leicht nachgeben, in Deutschland sollten sich die Auftragseingänge spürbar erholen", sagt Analyst Christian Apelt von der Helaba. Neuen Anlass für ein Krisenszenario dürften die Daten nicht liefern, sind sich Experten einig.

Besonders unter die Lupe genommen werden dürfte wieder der monatliche US-Arbeitsmarktbericht. Wegen des Hurrikans "Sandy" sind wohl im November weniger Jobs neu geschaffen worden als in den Vormonaten, sagen Volkswirte. Von Reuters befragte Analysten prognostizieren 105.000 neu geschaffene Stellen außerhalb der Landwirtschaft nach 171.000 im Oktober. Insgesamt gehen die Experten davon aus, dass die Daten das Bild einer sich auf einem holprigen Wachstumspfad befindlichen Wirtschaft bestätigen werden.

Großes Thema am Markt bleiben die Haushaltsverhandlungen in den USA. Bislang sind Investoren guten Mutes, dass rechtzeitig ein Kompromiss gefunden wird, der die ansonsten im neuen Jahr automatisch greifenden Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen verhindert. Der Schuldenberg Griechenlands ist nach den jüngsten Hilfszusagen vorübergehend in den Hintergrund gerückt.

In Europa dürfte der Fokus vor allem auf der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England (BoE) liegen. Beide Notenbanken werden wohl ihren Leitzins mit 0,75 beziehungsweise 0,5 Prozent beibehalten.

ZUSAMMENSETZUNG DER INDIZES AUF DEM PRÜFSTAND

Am Mittwoch berät die Deutsche Börse die Zusammensetzung ihrer Indizes. Analysten sehen die Baumarktkette Praktiker als Wackelkandidat im SDax, davon profitieren dürfte der Börsenneuling Talanx. Neben Praktiker könnte auch die SDax-Mitgliedschaft von Constantin Medien oder Cat Oil auf der Kippe stehen. In Dax, MDax und TecDax erwarteten Experten keine Veränderungen.

 
A bull figure is pictured in front of the German share price index DAX board at the German stock exchange in Frankfurt November 7, 2012. REUTERS/Lisi Niesner (GERMANY - Tags: BUSINESS)