US-Konjunkturdaten belasten Tokioter Börse

Dienstag, 4. Dezember 2012, 07:38 Uhr
 

Tokio (Reuters) - Überraschend schwache Konjunkturdaten aus den USA haben am Dienstag die Tokioter Börse belastet.

Der Nikkei ging mit einem Minus von 0,3 Prozent aus dem Handel, auch weil Anleger Gewinne aus den vergangenen Tagen mitnahmen. Eine Umfrage hatte ergeben, dass die US-Industrie im November schrumpfte und so schwach wie seit drei Jahren nicht mehr war. Japanische Exportunternehmen sind vom Konsum in den USA abhängig. Auch der Haushaltsstreit zwischen Demokraten und Republikanern sorgt weiter für Unruhe.

Hiroichi Nishi von SMBC Securities sagte, die Investoren warteten nach den Gewinnen der vergangenen Wochen zunächst ab. Der Handel habe sich in dem Moment verlangsamt, als der Nikkei die Marke von 9500 Punkten berührt habe. Anleger hatten in den vergangenen zweieinhalb Wochen darauf gesetzt, dass nach der Parlamentswahl am 16. Dezember der Druck auf die japanische Notenbank größer wird, bei der Geldpolitik aggressiver vorzugehen. Ein schwächerer Yen wirkt sich auf Exporteure günstig aus, weil ihre im Ausland erzielten Gewinne in der Bilanz mehr wert sind.

Der Nikkei-Index mit den 225 Standardwerten ging mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 9432 Punkte aus dem Handel. Der breiter aufgestellte Topix zeigte sich bei einem Stand von 781 Zählern fast unverändert. Auch an anderen Börsen in Asien gab es keine klare Richtung. Die Ausschläge bei den Indizes hielten sich in Grenzen. Der Euro hielt sich stabil mit 1,3055 Dollar. Das war im Vergleich zum Schlusskurs am Montag in New York ein minimaler Zuwachs.

In Tokio gerieten Exporttitel unter Druck: So gaben Papiere des Kameraherstellers Nikon um 3,1 Prozent nach. Bei Nissan betrug der Verlust 3,7 Prozent. Einen Gewinn von 1,2 Prozent gab es dagegen beim angeschlagenen Elektronikhersteller Sharp. Das Unternehmen will offenbar zusammen mit dem US-Chiphersteller Qualcomm Displays entwickeln.