Enttäuschende US-Konjunkturdaten belasten Wall Street

Montag, 3. Dezember 2012, 18:03 Uhr
 

New York (Reuters) - Enttäuschende US-Konjunkturdaten und der anhaltende US-Haushaltsstreit haben die New Yorker Börsen zum Wochenauftakt belastet.

Die US-Industrie schrumpfte einer Umfrage zufolge im November überraschend und bot damit das schwächste Bild seit mehr als drei Jahren. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager fiel auf 49,5 von 51,7 Punkten im Oktober, wie das Institute for Supply Management (ISM) mitteilte. Damit sank das Barometer erstmals seit August wieder unter die Marke von 50 Zählern, ab der es Wachstum signalisiert.

Viele Händler verfolgten auch den Streit zwischen Republikanern und Demokraten im US-Kongress. Derzeit beharrten beide Seiten auf ihren Standpunkten, sagte Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. "Aber wir wissen alle, wie viel auf dem Spiel steht und sie können nicht so blöd sein, eine weitere Rezession auszulösen", erklärte er mit Blick auf die Kongressabgeordneten. Sollten sich die Abgeordneten nicht bis Jahresende einigen, drohen den USA automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Höhe von etwa 600 Milliarden Dollar.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab bis zum Mittag 0,1 Prozent auf 13.011 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P-500-Index trat bei 1417 Punkten auf der Stelle. Der Technologie-Index Nasdaq legte um moderate 0,2 Prozent auf 3015 Punkte zu. In Frankfurt ging der Dax 0,4 Prozent höher auf 7435 Punkten aus dem Handel.

Zur Stützung des Marktes trugen gute Konjunkturdaten aus Asien bei. Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr wuchs die chinesische Industrie im November trotz einer schwachen weltweiten Erholung. . Auch der formelle spanische Hilfsantrag bei der EU für die Banken des Landes wurde mit Erleichterung aufgenommen.

Bei den Einzelwerten sprangen die Aktien des PC-Herstellers Dell rund sechs Prozent in die Höhe, nachdem die Bank Goldman Sachs ihre Empfehlung für die Aktie auf "kaufen" von "verkaufen" gewechselt hatte.

Gesucht waren auch die Anteilsscheine von Deckers, die sich um mehr als sieben Prozent verteuerten. Ein Brokerhaus hatte zuvor eine Kaufempfehlung für den Schuhhersteller ausgesprochen.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen dagegen die Aktien des chinesischen Solarriesen LDK. Das Unternehmen verbuchte den sechsten Quartalsverlust in Folge und senkte seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Die LDK-Papiere brachen um 8,5 Prozent ein.