Schweizer Börse schließt Mehrjahreshoch fester

Montag, 3. Dezember 2012, 18:03 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Überraschend gute Konjunkturdaten aus China und Signale für eine Entspannung der Euro-Schuldenkrise haben am Montag die Schweizer Börse unterstützt.

Der formale Antrag Spaniens auf Hilfe für seine Banken und die Details des griechischen Anleihe-Rückkaufprogramms schürten Händlern zufolge den Risikoappetit der Anleger und trieben den Leitindex SMI vorübergehend auf den höchsten Stand seit April 2010. Nach der Veröffentlichung enttäuschender US-Wirtschaftsdaten bröckelten die Kursgewinne im späten Geschäft allerdings wieder ab.

Der SMI schloss nach einem Tageshoch bei 6874 Punkten noch um 0,3 Prozent fester mit 6839 Punkten. Der breite SPI rückte 0,2 Prozent auf 6290 Zähler vor.

Für die weitere Marktentwicklung dürften die US-Daten im Laufe der Woche maßgeblich sein, hieß es weiter. Dabei richten die Marktteilnehmer ihren Blick vor allem auf den monatlichen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Kaum Impulse erwarteten Händler dagegen vom Ratstreffen der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag.

Die Konjunkturhoffnungen heizten die Nachfrage nach zyklischen Werten an. ABB, Georg Fischer, Geberit, Sulzer und Holcim zogen zum Teil kräftig an.

Die Titel von Transocean gewannen 0,8 Prozent. Der Ölplattform-Betreiber hat 38 Plattformen für mehr als eine Milliarde Dollar verkauft. Damit habe sich Transocean definitiv von Geschäftsfeldern mit niedriger Gewinnmarge verabschiedet, hiess es bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB).

Die Finanzwerte gaben ihre Kursgewinne teilweise wieder ab, nachdem die US-Börsen ihre Eröffnungsgewinne nicht halten konnten. Die Aktien der Credit Suisse waren unverändert und die der UBS notierten 0,4 Prozent im Plus. UBS steht bei der Aufarbeitung des Libor-Skandals einem Zeitungsbericht zufolge kurz vor einer Einigung mit den Behörden in Großbritannien und den USA. Das Institut werde mehr als 450 Millionen Dollar zahlen, um den Streit beizulegen, berichtete die "New York Times" am Montag unter Berufung auf Kenner der Vorgänge. Die Bank stellt den Aktionären zudem wieder eine ordentliche Dividende in Aussicht. Hierzu trage massgeblich die Verkleinerung des Investmentbankings bei, sagte Präsident Axel Weber dem "Spiegel".

Bei den Vermögensverwaltern legten die Anteile von Julius Bär 0,8 Prozent zu. EFG International, GAM Holding und Gottex wurden jeweils um mehr als zwei Prozent höher gehandelt.

Die Titel von Swiss Life setzten ihre Korrektur fort und verloren 2,4 Prozent. Bank of America-Merrill Lynch stufte den Lebensversicherer auf "Underperform" von "Neutral" zurück. Die Aktien waren im Vorfeld des Investorentages massiv gestiegen. Zurich legten leicht zu, während Swiss Re leicht ins Minus rutschten.

Unter den als krisensicher geltenden Werten fielen die Anteile von Novartis mit 0,5 Prozent Plus auf. Die beiden anderen Schwergewichte Nestle und Roche dagegen waren kaum verändert.

Spekulative Käufe trieben die Vögele-Aktien gut zehn Prozent hoch. Händler sagten, im Markt kursierten einmal mehr Gerüchte, dass der Einzelhandelsriese Migros an einer Vollübernahme des Bekleidungshauses interessiert sei. Migros hält bereits rund einen Viertel der Anteile. Auch ein ausländischer Modekonzern wurde als möglicher Interessent genannt.