US-Daten dämpfen gute Laune europäischer Aktienanleger

Montag, 3. Dezember 2012, 18:04 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Konjunkturoptimismus der Aktienanleger hat den Dax am Montag zeitweise auf den höchsten Stand seit anderthalb Jahren getrieben.

Der Leitindex zog in der Spitze um 1,1 Prozent an auf 7488 Zähler. Unerwartet schwache US-Konjunkturdaten trübten die Stimmung am Nachmittag allerdings. Die Zuschläge bröckelten ab, der Dax ging nur noch 0,4 Prozent höher bei 7435 Zählern aus dem Handel. "Grundsätzlich baut man darauf, dass die globale Konjunktur in Fahrt kommt, die Daten aus den USA haben allerdings ins Bewusstsein gerückt, dass es holprig wird", sagte ein Händler.

Hauptgrund für die Zuversicht der Investoren war die Tatsache, dass die chinesische Industrie im November zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr wieder gewachsen ist. Die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft setze so ein Hoffnungszeichen für die globale Konjunktur, sagten Börsianer. Für zusätzlichen Schub hatte am frühen Nachmittag die Nachricht gesorgt, dass Spanien bei der EU einen formellen Hilfsantrag für seine Banken gestellt hat. Seit Wochen war darauf spekuliert worden. "Das ist der einzig vernünftige Schritt für die Institute, und deshalb wird das vom Markt honoriert", erklärte ein Händler. Lediglich Investoren am spanischen Markt wurden vorsichtiger. Der Madrider Leitindex verabschiedete sich 0,6 Prozent niedriger aus dem Handel, der Index der spanischen Banken verlor 0,4 Prozent. Am Vormittag hatten die Indizes bis zu 1,2 beziehungsweise 1,3 Prozent gewonnen.

RÜCKKAUF-ANGEBOT FÜR GRIECHISCHE ANLEIHEN POSITIV GESEHEN

Zur positiven Grundstimmung an den europäischen Börsen trug auch bei, dass das griechische Angebot zum Rückkauf von Staatsanleihen höher liegt als von vielen erwartet. Der Leitindex in Athen zog um 1,3 Prozent an und damit deutlich stärker als der breite europäische Markt. Der Index für die griechische Bankenbranche stieg sogar um 5,8 Prozent. Die Geldhäuser gehören zu den größten Gläubigern des griechischen Staates.

Der EuroStoxx50 schloss 0,3 Prozent höher bei 2581 Zählern. Dem Index fehlen damit noch 30 Punkte, um das Jahreshoch vom März zu übertreffen.

ISM-INDEX STIMMT ANLEGER SKEPTISCH

Der Dämpfer für die hiesigen Börsen, der die Gewinne am Nachmittag zum Bröckeln brachte, kam aus den USA mit dem ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe. Dieser Statistik zufolge ist die Industrie der weltgrößten Volkswirtschaft im November überraschend geschrumpft und bietet damit das schwächste Bild seit mehr als drei Jahren. Investoren an der Wall Street reagierten zurückhaltend: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag zu Handelsschluss in Europa 0,2 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq notierte 0,1 Prozent im Plus.

"Der Rückgang des ISM-Index könnte zu einem Teil den Auswirkungen des Wirbelsturms Sandy geschuldet sein und insofern sollte der Novemberwert nicht überinterpretiert werden", sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Um die Stimmung nachhaltig aufzuhellen, bedürfe es aber einer Einigung im Haushaltsstreit. Die Hoffnungen, dass Demokraten und Republikaner schnell einen Kompromiss finden, um automatisch greifende Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen ab Januar zu vermeiden, waren zuletzt wieder gedämpft worden.   Fortsetzung...