Euro und Rentenmärkte behaupten Vortagesgewinne

Dienstag, 4. Dezember 2012, 14:44 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die Anleger setzen weiter auf eine Lösung der Schuldenkrise in der Euro-Zone.

Auch einen Tag nach Beginn des Rückkaufs griechischer Anleihen durch die Athener Regierung zu überraschend attraktiven Konditionen haben sich Euro und Staatsanleihen am Dienstag in etwa auf ihrem Vortagesniveau behauptet. Den Mut zum Risiko konnte auch der sich hinziehende US-Haushaltsstreit kaum trüben. "Im Moment hat der Markt den Fokus auf gute Nachrichten aus der Euro-Zone gelegt", erklärte ein Händler. Bis vor kurzem hatten die Anleger bei schlechten Nachrichten auch aus den USA noch den als Weltleitwährung sicheren Dollar bevorzugt.

Der Euro notierte am frühen Nachmittag bei 1,3085 Dollar und damit leicht über dem Vortagesniveau von 1,3053 Dollar. Im Streit der Republikaner, die im Repräsentantenhaus das Sagen haben, mit den Demokraten von Präsident Barack Obama über Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen zeichnet sich noch keine Einigung ab. Viele Anleger fürchten, dass zum Jahreswechsel die im vergangenen Jahr beschlossenen Maßnahmen in voller Schärfe in Kraft treten und die weltgrößte Volkswirtschaft in die Rezession stürzen könnten. Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA vom Vortag lasteten Händlern zufolge zusätzlich auf dem Dollar.

Auch am Rentenmarkt war Sicherheit nicht mehr so stark gefragt wie zuvor. Der Bund-Future notierte mit 142,59 Zählern magere acht Ticks höher, während die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe mit etwa 1,41 Prozent kaum verändert war. Auch die entsprechenden spanischenund italienischen Anleihen verharrten auf ihren am Vortag erreichten Ständen. "Die Risikoaufschläge für die hoch verschuldeten südeuropäischen Länder sinken kontinuierlich, da die Anleger Vertrauen in die Lösung der Schuldenkrise gefasst haben", erklärte ein Börsianer.

Am Vortag hatte die Zuversicht über einen Erfolg des bis zum 7. Dezember laufenden griechischen Anleiherückkaufprogramms vor allem auch den spanischen und italienischen Anleihen neuen Schub gegeben. Die Kurse der griechischen Anleihen, die am Vortag zeitweise mehr als drei Punkte über verschiedene Laufzeiten zugelegt hatten, gaben gemessen an den Gewinnen vom Vortag nur wenig nach - weniger als einen halben Punkt. Die zehnjährigen Titel rentierten mit 15,02 Prozent etwas höher als am Vortag mit 14,84 Prozent.

ZINSSENKUNG LÄSST AUSSIE-ANLEGER KALT

Die Zinssenkung der australischen Notenbank machte der Landeswährung derweil kaum zu schaffen. Der australische Dollar kostete 1,0471 US-Dollar, nach 1,0419 US-Dollar kurz vor Bekanntgabe der Entscheidung. Die Zinssenkung um 25 Basispunkte auf drei Prozent sei erwartet worden, erklärte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Allerdings habe die Notenbank in ihrem begleitenden Statement keine Hinweise auf weitere Zinssenkungen geliefert. Das habe einige Anleger enttäuscht.