Anlagenotstand treibt Kurse an Schweizer Börse hoch

Dienstag, 4. Dezember 2012, 14:44 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag den Aufwärtstrend fortgesetzt.

Trotz vieler ungelöster Probleme wie der Euro-Schuldenkrise, des US-Haushaltstreits oder der schwächelnden Weltwirtschaft kauften die Marktteilnehmer weiterhin Aktien. "Der Anlagenotstand lässt die Kurse steigen", sagte ein Händler. Es sei unverändert viel Liquidität im Markt. Auch habe man sich inzwischen an schlechte Nachrichten gewöhnt. "Und da werden eben Nachrichten, die nicht ganz so negativ sind, gleich als Silberstreifen am Horizont interpretiert", sagte ein anderer Händler.

Der SMI, der am Vortag mit 6874 Zähler auf den höchsten Stand seit April 2010 gestiegen war, legte bis am frühen Nachmittag um 0,4 Prozent auf 6868 Punkte zu. Der breite SPI gewann ebenfalls 0,4 Prozent auf 6315 Zähler.

Die Anleger verhielten sich aber vorsichtig, sagte ein Händler. Dies zeige sich auch im grösseren Interesse der Marktteilnehmer für die defensiven Werte Novartis, Roche und Nestle.

Gesucht waren zyklische Titel wie ABB, die gut ein Prozent gewannen. Der Elektrotechnikkonzern liefert für 225 Millionen Dollar zwei Photovoltaikanlagen nach Südafrika.

Auch die Papiere von Fischer, Clariant und Richemont rückten um ein Prozent vor. Bei Richemont dürfte auch die Aufnahme in den Stoxx50-Index beim Kursanstieg eine Rolle gespielt haben.

Die Aktien von Oerlikon lagen um 2,5 Prozent im Plus bei 10,35 Franken. Bei 10,85 Franken hatte der Titel des Technologiekonzerns den höchsten Stand seit 2,5 Jahren erreicht. Oerlikon konzentriert sich im Textilmaschinenbau künftig auf den wachstumsträchtigeren und weniger zyklischen Bereich Chemiefasern und verkauft das Geschäft mit Naturfasern und Textil-Komponenten für rund 650 Millionen Franken an die Firma Jinsheng des chinesischen Investors Pan Xuepeng.

Bei den Finanzwerten fielen Credit Suisse mit einem Plus von 1,3 Prozent auf. UBS lagen nur leicht im Plus. Die Versicherungstitel waren ebenfalls meist auf der Gewinnerseite zu finden.

Publigroupe schossen um neun Prozent hoch. Der Medienkonzern will über den Rückkauf von Aktien und eine Sonderdividende 45 Millionen Franken an seine Aktionäre ausschütten. 2012 wird ein kleiner operativer Verlust erwartet. Dank Immobilien- und Beteiligungsverkäufen sollen unter dem Strich aber mehr als 41 Millionen Franken Gewinn stehen.

Gewinnmitnahmen nach dem starken Kursanstieg vom Vortag liessen die Aktien von Charles Vögele um 2,5 Prozent nachgeben.