Banken und Industrietitel halten Schweizer Börse im Plus

Dienstag, 4. Dezember 2012, 17:09 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat auch am Dienstag fester tendiert und ist im späten Geschäft wieder an das am Vortag im Handelsverlauf erreichte Mehrjahreshoch herangekommen.

Es mache sich trotz der vielen ungelösten Probleme wie der Euro-Schuldenkrise, des US-Haushaltstreits oder der schwächelnden Weltwirtschaft zunehmend Optimismus breit, hiess es im Markt. "Die Leute sehen momentan mehr das halbvolle als das halbleere Glas", sagte ein Händler. Man habe sich inzwischen an schlechte Nachrichten gewöhnt. "Und da werden eben Nachrichten, die nicht ganz so negativ sind, gleich als Silberstreifen am Horizont interpretiert", sagte ein anderer Händler.

Der SMI notierte kurz vor Schluss um 0,4 Prozent höher auf 6865 Punkten. Am Vortag hatte der Leitindex mit 6874 Zähler den höchsten Stand seit April 2010 erreicht. Der breite SPI gewann ebenfalls 0,4 Prozent auf 6313 Zähler.

Der Aufwärtstrend dürfte noch anhalten, sagten Händler. Anlagealternativen fehlten. Manche Marktteilnehmer hätten den Aufwärtstrend bisher nicht oder nur ungenügend mitgemacht und müssten nun nachkaufen. Es sei ja unverändert viel Liquidität im Markt. "Der Anlagenotstand lässt die Kurse steigen", sagte ein Händler. Die 7000-Punkte-Marke dürfte demnächst getestet werden", sagte ein anderer Händler.

Gesucht waren vor allem die Aktien von Finanz- und einzelnen zyklischen Firmen. Die Aktien der Grossbank Credit Suisse verbuchten ein Plus von 1,8 Prozent. UBS rückten um 0,4 Prozent vor. Die grösste Schweizer Bank soll Branchenkreisen zufolge einer von zwei Interessenten für das Schweizer Konsumkreditgeschäft des US-Mischkonzerns General Electric (GE) sein, das GE verkaufen wolle. GE Money Bank Schweiz dürfte bis zu rund 1,5 Milliarden Franken wert sein.

Die Versicherungswerte tendierten meist fester. Zurich und Swiss RE gewannen 0,5 Prozent.

Konjunkturhoffnungen zogen bei den zyklischen Titel wie ABB, Fischer, Geberit, Richemont, Swatch und SGS Käufer an.

Der Elektrotechnikkonzern ABB liefert für 225 Millionen Dollar zwei Photovoltaikanlagen nach Südafrika. Bei Richemont dürfte auch die Aufnahme in den Stoxx50-Index beim Kursanstieg eine Rolle gespielt haben.

Die Aktien von Oerlikon stiegen im frühen Geschäft auf das Mehrjahreshoch von 10,85 Franken. Gewinnmitnahmen liessen im Verlauf die Kursgewinne aber zu einem Grossteil wieder abschmelzen. Es blieb ein Plus von zwei Prozent auf 10,30 Franken. Oerlikon konzentriert sich im Textilmaschinenbau künftig auf den wachstumsträchtigeren und weniger zyklischen Bereich Chemiefasern und verkauft das Geschäft mit Naturfasern und Textil-Komponenten für rund 650 Millionen Franken an die Firma Jinsheng des chinesischen Investors Pan Xuepeng.

Die defensiven Werte Roche und Nestle zeigten sich zum Schluss kaum verändert. Novartis legten 0,5 Prozent zu.

Publigroupe schossen um neun Prozent hoch. Der Medienkonzern will über den Rückkauf von Aktien und eine Sonderdividende 45 Millionen Franken an seine Aktionäre ausschütten.