China-Hoffnungen stützen Wall Street - Job-Daten enttäuschen

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 16:07 Uhr
 

New York (Reuters) - Die US-Börsen sind am Mittwoch wenig verändert in den Handel gestartet.

Wie in Europa stützten auch hier Hoffnungen auf ein Anziehen der chinesischen Wirtschaft den Markt. Enttäuschende Daten vom Arbeitsmarkt drückten allerdings auf die Stimmung der Anleger. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte in den ersten Minuten 0,3 Prozent auf 12.995 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 trat bei 1407 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,3 Prozent auf 2987 Punkte.

Die Aussicht auf neuen Konjunkturhilfen in China, vor allem in die Infrastruktur des Landes, ermutige die Anleger, sagten Händler. Auch die Lockerung der Beschränkungen für eine Beteiligung an chinesischen Banken stimme optimistisch. Chinas Wirtschaft, der in diesem Jahr das langsamste Wachstum seit 1999 droht, wird nach einer Prognose von Beratern der Regierung in Peking im kommenden Jahr wieder Fahrt aufnehmen. Das Bruttoinlandsprodukt soll demnach um 8,2 Prozent wachsen nach erwarteten 7,7 Prozent in diesem Jahr. Die Berater empfahlen mehr Investitionen in die Infrastruktur und eine Ankurbelung des Binnenkonsums über eine Senkung der Mehrwertsteuer.

Die heimische Konjunktur lieferte den Anlegern an der Wall Street dagegen wieder einmal Grund zur Sorge: Die US-Wirtschaft schuf im November weniger Jobs als erwartet. Ihre Zahl legte nach Berechnungen der privaten Arbeitsvermittlung ADP um 118.000 zu. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten dagegen mit 125.000 gerechnet.

Auf Unternehmensseite stand die Citigroup im Blickpunkt. Die Großbank kündigte den Abbau von 11.000 Jobs an. Das sind rund vier Prozent der Stellen. Damit will das Kreditinstitut die jährlichen Ausgaben um bis zu 1,1 Milliarden Dollar senken. Der Schritt soll zu einer außerordentlichen Belastung vor Steuern von rund einer Milliarde Dollar im vierten Quartal führen. bei den Anlegern kamen die Sparpläne gut an: Die Citigroup-Aktie legte 3,8 Prozent zu.

In die Tiefe ging es mit den Papieren des Bergbaukonzerns Freeport-McMoRan Copper & Gold Inc. Das Unternehmen hatte angekündigt, die Rivalen Plains Exploration & Production Co und McMoRan Exploration Co getrennt voneinander für insgesamt neun Milliarden Dollar zu übernehmen. Die Titel von McMoRan Exploration schossen dagegen um 74 Prozent nach oben. Die Aktien von Plains Exploration & Production gewannen 25 Prozent.