Dax schafft mageres Plus - Nokia-Anleger setzen auf China

Mittwoch, 5. Dezember 2012, 17:59 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Hoffnungen auf eine anziehende Konjunktur in China haben den deutschen Aktienmarkt am Mittwoch in der Pluszone gehalten.

Der Dax stieg zwar auf bis 7482 Punkte und lag damit nur knapp unter seinem 17-Monats-Hoch vom Montag. Zum Handelsschluss wies der deutsche Leitindex aber nur noch einen Aufschlag von 0,3 Prozent bei 7454,55 Zählern auf. Der EuroStoxx50 gab seine Gewinne ab und beendete den Tag 0,1 Prozent niedriger bei 2588 Punkten. Die US-Börsen tendierten uneinheitlich.

Der Kursanstieg werde getragen von Spekulationen auf neue Konjunkturprogramme in China, sagte Marktanalyst Roger Peeters vom Bankhaus Close Brothers Seydler. Allerdings ignoriere der Markt Probleme wie etwa den anhaltenden Haushaltsstreit in den USA. Von dort kamen neue Hiobsbotschaften für die Anleger: Die Republikaner fordern nun direkte Gespräche mit US-Präsident Barack Obama, um die Verhandlungen wieder in Gang zu bringen.

Chinas Wirtschaft wird nach Einschätzung von Regierungsberatern im kommenden Jahr um 8,2 Prozent zulegen. Im laufenden Jahr erwartet die Chinesische Akademie für Sozialwissenschaften ein Plus von 7,7 Prozent. Am Vortag hatte der neue Parteichef Xi Jinping erläutert, wie die Regierung die Ausfuhren stabilisieren und die Binnennachfrage beleben will.

Wenig Auswirkungen hatte an den europäischen Märkten der US-Arbeitsmarktbericht des privaten Anbieters ADP. Den Angaben zufolge wurden im November 118.000 neue Stellen geschaffen - 7000 weniger als prognostiziert.

BANKEN- UND STAHLTITEL GEFRAGT

Vor allem die stark von der Konjunktur abhängigen Stahltitel zählten zu den Favoriten. ThyssenKrupp legten um drei Prozent zu und standen damit an der Dax-Spitze. Salzgitter setzten sich mit plus 3,7 Prozent an die MDax-Gewinnerliste. Die Aktien des Stahlhändlers Klöckner & Co standen bei Anlegern ebenfalls hoch im Kurs und verteuerten sich um 3,3 Prozent.

Auch Finanzwerte setzten ihren Kursaufschwung vom Vortag fort. Sie reagieren meist überdurchschnittlich auf Kursbewegungen des Gesamtmarktes. Commerzbank verteuerten sich um 1,4 Prozent, Deutsche Bank gewannen 1,3 Prozent.

Ein schwacher Ausblick des US-Konkurrenten Tibco löste Börsianern zufolge dagegen Gewinnmitnahmen bei SAP aus. Mit einem Abschlag von einem Prozent gehörten die Papiere des Software-Herstellers zu den schwächsten Dax-Titeln. Tibco hatte am Vorabend für das vierte Quartal einen Gewinn von 37 bis 38 US-Cent je Aktie in Aussicht gestellt und damit die Analystenerwartungen verfehlt.

Hoffnungen auf den Verkaufserfolg eines neuen Smartphones für den chinesischen Markt trieben die Nokia-Aktien um 9,7 Prozent mit deutlichen Abstand an die Spitze des EuroStoxx50. Nokia will über China Mobile eine speziell für den chinesischen Markt zugeschnittene Variante seines Flaggschiffs Lumia 920 vertreiben. "Das ist keine Überraschung, aber immer noch eine gewaltige Chance für Nokia", sagte Analyst Sami Sarkamies von Nordea Markets. "Auf diesem Markt gibt es einen hohen Bedarf an High-End-Smartphones."