Wall Street im Bann des Haushaltsstreits leicht im Plus

Donnerstag, 6. Dezember 2012, 18:23 Uhr
 

New York (Reuters) - Die Wall Street hat am Donnerstag uneinheitlich tendiert.

Nach einem schwachen Start konnten sich die New Yorker Börsen im Verlauf etwas aus dem Würgegriff des US-Haushaltsstreits befreien. Für Aufregung sorgte aber Finanzminister Timothy Geithner mit seiner Drohung, die größte Volkswirtschaft der Welt notfalls von der sogenannten Fiskalklippe stürzen zu lassen. Auf die Frage, ob die Regierung dies zulassen würde, wenn die Republikaner sich beim Zankapfel Steuererhöhung nicht bewegten, sagte Geithner dem TV-Sender CNBC: "Oh, mit Sicherheit". Apple-Aktien drehten nach ihren jüngsten Sinkflug zurück ins Plus.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Mittagshandel in New York 0,1 Prozent höher bei 13.042 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,2 Prozent auf 1411 Zähler zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent auf 2992 Punkte. In Frankfurt ging der Dax gut ein Prozent höher bei 7534 Zählern aus dem Handel.

"Der Markt schaut weiterhin auf Neuigkeiten aus Washington," sagte Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. Ohne einen Kompromiss in den Verhandlungen drohen den USA zum Jahreswechsel automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Höhe von etwa 600 Milliarden Dollar. Experten sprechen von einer Fiskalklippe, da dies die USA in die Rezession stürzen könnte. Daher werden die Verhandlungen an den Märkten mit besonderer Spannung verfolgt.

Ihren jüngsten Abwärtstrend stoppen konnten am Donnerstag die Aktien von Apple. Die Papiere waren am Mittwoch 6,4 Prozent in den Keller gegangen und am Donnerstag zunächst noch einmal um 3,7 Prozent gesunken. Dabei verringerte sich der Marktwert des iPhone-Herstellers zeitweise auf weniger als 500 Milliarden Dollar. Später notierten die Aktien dann aber 2,1 Prozent im Plus. Der Technologiekonzern büßte im dritten Quartal auf dem wichtigen chinesischen Smartphone-Markt kräftig ein. Wegen der starken Konkurrenz durch lokale Anbieter sei Apple gleich um zwei Plätze auf Rang sechs nach unten gerutscht, teilten die Marktforscher von IDC mit.

Broadcom war mit einem Kursgewinn von 1,8 Prozent besonders gefragt. Der Chiphersteller hatte sich am Vortag optimistischer zum Geschäft im vierten Quartal geäußert als bisher. Angesagt waren auch die Anteilsscheine des Steuerberaters H&R Block, die sich um 3,4 Prozent verteuerten. Das Unternehmen verringerte infolge von Kostensenkungen seinen Verlust. Auf den Einkaufslisten der Börsianer standen auch die Dividendenpapiere von Garmin. Der Navigationsgerätehersteller wird ab 12. Dezember in den S&P-500-Index aufgenommen. Die Aktie sprang daraufhin 4,5 Prozent in die Höhe.

Die Börsianer konnten sich am Donnerstag über ermutigende Konjunkturnachrichten freuen: In den USA fielen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker als erwartet. Sie seien im Vergleich zur Vorwoche um 25.000 auf 370.000 Anträge gesunken, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 380.000 gerechnet.