Wall Street schließt fester - Apple beendet Sturzflug

Freitag, 7. Dezember 2012, 06:59 Uhr
 

New York (Reuters) - Die US-Börsen haben am Donnerstag fester geschlossen. Vom Arbeitsmarkt kamen ermutigende Zahlen.

Dennoch stand die Wall Street weiter im Würgegriff des US-Haushaltsstreits. Finanzminister Timothy Geithner erklärte, die weltgrößte Volkswirtschaft notfalls von der sogenannten Fiskalklippe stürzen zu lassen. Auf die Frage, ob die Regierung dies zulassen würde, wenn die Republikaner sich beim Zankapfel Steuererhöhung nicht bewegten, sagte er dem TV-Sender CNBC: "Oh, mit Sicherheit". Die Demokraten im Senat wollten zudem Präsident Barack Obama mehr Spielraum in dem Etat-Disput verschaffen. Apple-Aktien drehten nach ihren jüngsten Sinkflug zurück ins Plus und brachten die Nasdaq in Schwung.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 13.074 Punkten 0,3 Prozent im Plus. Im Verlauf pendelte er zwischen 13.007 und 13.076 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1413 Zählern 0,33 Prozent höher aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,52 Prozent und schloss bei 2989 Stellen. In Frankfurt war der Dax mit 7534 Punkten und damit einem Plus von rund 1,1 Prozent aus dem Handel gegangen.

"Der Markt schaut weiterhin auf Neuigkeiten aus Washington," sagte Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. Ohne einen Kompromiss in den Haushalts-Verhandlungen drohen den USA zum Jahreswechsel automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Höhe von etwa 600 Milliarden Dollar. Dies könnte die USA in die Rezession stürzen. Die Verhandlungen werden daher an den Märkten mit großer Spannung verfolgt.

Ihren jüngsten Abwärtstrend stoppen konnten Aktien von Apple. Die Papiere waren am Mittwoch 6,4 Prozent abgerutscht und am Donnerstag zunächst um weitere 3,7 Prozent gesunken. Dabei verringerte sich der Marktwert des iPhone-Herstellers zeitweise auf weniger als 500 Milliarden Dollar. Später drehte der Kurs aber, die Papiere schlossen schließlich 1,6 Prozent im Plus. Der Technologiekonzern büßte im dritten Quartal auf dem wichtigen chinesischen Smartphone-Markt kräftig ein. Wegen der starken Konkurrenz durch lokale Anbieter sei Apple gleich um zwei Plätze auf Rang sechs nach unten gerutscht, teilten die Marktforscher von IDC mit.

Broadcom war mit einem Kursgewinn von 3,2 Prozent besonders gefragt. Der Chiphersteller hatte sich optimistischer zum Geschäft im vierten Quartal geäußert als bisher.

Angesagt waren auch Papiere des Steuerberaters H&R Block, die sich um 5,1 Prozent verteuerten. Das Unternehmen verringerte dank Kostensenkungen seinen Verlust.

Auf den Einkaufslisten standen auch die Dividendenpapiere von Garmin. Der Navigationsgerätehersteller wird ab 12. Dezember in den S&P-500-Index aufgenommen. Die Aktie legte 5,7 Prozent zu.

In den USA fielen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker als erwartet. Sie seien im Vergleich zur Vorwoche um 25.000 auf 370.000 Anträge gesunken, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 380.000 gerechnet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,62 Milliarden Aktien den Besitzer. 1571 Werte legten zu, 1412 gaben nach und 135 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,71 Milliarden Aktien 1222 im Plus, 1233 im Minus und 128 unverändert.