Belebung am US-Arbeitsmarkt stützt Europas Börsen

Freitag, 7. Dezember 2012, 15:26 Uhr
 

Frankfurt (Reuters) - Die überraschend starke Belebung am US-Arbeitsmarkt hat die europäische Aktienmärkte am Freitag gestützt.

Der Dax drehte nach einem Durchhänger wieder ins Plus und notierte 0,1 Prozent fester bei 7540 Zählern. Der EuroStoxx gewann 0,3 Prozent auf 2610 Punkte. An den US-Börsen zeichnete sich ebenfalls ein freundlicher Handelsstart ab.

Die amerikanische Wirtschaft schaffte im November 146.000 neue Stellen - Analysten hatten lediglich mit 93.000 neuen Jobs gerechnet. Die Arbeitslosenquote fiel auf 7,7 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2008. Volkswirt Jacob Oubina von RBX Capital Markets sieht in den Zahlen aber keine Trendwende. Er rechne nicht damit, dass die US-Notenbank Federal Reserve wegen dieser Daten ihre lockere Geldpolitik ändere.

In Deutschland können Anleger 2013 nur mit einem Mini-Wachstum der Wirtschaft rechnen. Die Bundesbank kürzte ihre Wachstumsprognose auf 0,4 von 1,6 Prozent. Auch die Industriedaten aus Deutschland sorgten für lange Gesichter. So drosselten die deutschen Unternehmen ihre Produktion im Oktober so stark wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr und stellten 2,6 Prozent weniger her als im Vormonat.

BERLUSCONI DRÜCKT DEN MIB

Die Regierungskrise in Italien belastete weiter den Leitindex der Mailänder Aktienbörse, der seine Verluste ausbaute und um ein Prozent fiel. Die Partei von Silvio Berlusconi erklärte, sie werde in den kommenden Tagen darüber entscheiden, ob sie die Technokraten-Regierung von Ministerpräsident Mario Monti noch vor den nächsten Wahlen, die Anfang März erwartet werden, zu Fall bringe.

Schlusslicht im Dax waren Deutsche Telekom mit einem Kursminus von 2,3 Prozent auf 8,38 Euro. Die Kürzung der Dividende sei zwar erwartet worden, sagte ein Händler. Der Bonner Konzern habe die Ausschüttung aber stärker gekappt als gedacht. Die Telekom will in den kommenden Jahren nur noch eine Dividende von 0,50 Euro je Aktie zahlen, nach 0,70 Euro für 2011.

Ins Plus drehten die Anteilsscheine von BMW und stiegen um 0,3 Prozent. Der Autobauer will trotz der Krise auch im kommenden Jahr ein Gewinnplus erreichen.

An der Spitze des MDax standen Wincor Nixdorf mit einem Aufschlag von 4,9 Prozent. Die vorgelegten endgültigen Gesamtjahreszahlen des Geldautomaten-Herstellers deckten sich mit den im November veröffentlichten vorläufigen Ergebnissen, schrieb Analyst Torben Teichler vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Positiv hervorzuheben sei aber der starke Cashflow von 29 Millionen Euro, der sich im Geschäftsjahr 2012/2013 voraussichtlich noch weiter verbessern werde.