Zahlen vom Arbeitsmarkt bringen Wall Street in Schwung

Samstag, 8. Dezember 2012, 13:10 Uhr
 

New York (Reuters) - Positive Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt haben den Standardwerten an der New Yorker Börse zu Gewinnen verholfen.

Der Dow Jones legte am Freitag mehr als ein halbes Prozent zu. Gedämpft wurde die gute Stimmung auf dem Parkett aber durch den wachsenden Pessimismus der US-Verbraucher. Der Haushaltsstreit in Washington raubt nun auch vielen Verbrauchern die Zuversicht - nicht zuletzt wegen drohender Steuererhöhungen. Mangelnde Fortschritte bei den Haushaltsverhandlungen in Washington bremsten die Aktienmärkte ihrerseits aus. Die Technologie-Börse rutschte im Sog der Apple-Aktien ins Minus.

Der Dow-Jones-Index pendelte im Verlauf zwischen 13.072 und 13.157 Punkten. Er ging schließlich 0,6 Prozent höher bei 13.155 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,3 Prozent auf 1418 Stellen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor indes 0,4 Prozent auf 2978 Zähler. Auf Wochensicht ergibt sich für den Dow ein Plus von einem Prozent, für den S&P von 0,1 und für die Nasdaq von 1,1 Prozent. In Frankfurt ging der Dax mit einem Abschlag von 0,2 Prozent auf 7517 Punkte aus dem Handel.

Die US-Arbeitslosenquote sank im November auf 7,7 Prozent und erreichte den niedrigsten Stand seit Dezember 2008. Die Wirtschaft schuf im selben Monat deutlich mehr Stellen als erwartet. Kathy Lien von BK Asset Management sprach von insgesamt guten Zahlen. Gordon Charlop von Rosenblatt Securities sagte, die Daten vom Arbeitsmarkt seien eine angenehme Überraschung gewesen. Vor allem mit Blick auf die Folgen von Hurrikan Sandy sei der Trend positiv.

Die Freude über den Arbeitsmarkt wurde aber getrübt durch schlechte Konjunkturnachrichten: Der Index für das Verbrauchervertrauen fiel Anfang Dezember nach vorläufigen Berechnungen auf 74,5 von 82,7 Punkten. Der Einbruch kommt unerwartet: Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem minimalen Rückgang gerechnet.

Für Unsicherheit sorgt nun auch unter den Verbrauchern die sogenannte "Fiskalklippe", mit der zum Jahreswechsel automatisch massive Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen im Gesamtvolumen von mehr als 600 Milliarden Dollar in Kraft treten. Dies könnte die USA in die Rezession treiben und verunsichert seit Wochen die Finanzmärkte. Nur eine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern könnte das Szenario abwenden. "Das ständige Hin und Her in Washington ohne eine Lösung wirkt sich auf die Aktienmärkte aus", sagte Peter Boockvar von Miller Tabak & Co.

Apple-Aktien büßten 2,6 Prozent ein. Die Anteilsscheine des iPhone-Herstellers hatten in dieser Woche bereits zehn Prozent verloren - in China hatte der Konzern Marktanteile verloren.

Amarin-Papiere gaben fast 19 Prozent nach. Anleger reagierten enttäuscht, weil die Pharmafirma zur Vermarktung eines wichtigen Medikaments lediglich Mittel aufgetrieben, aber keinen Partner oder Käufer gefunden hat.

Netflix-Papiere verbilligten sich um 0,2 Prozent, nachdem die Online-Videothek ins Visier der US-Börsenaufsicht geraten ist. Die SEC geht dem Verdacht nach, Firmenchef Reed Hastings habe mit einer Äußerung auf Facebook gegen Publikationsregeln börsennotierter Unternehmen verstoßen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 605 Millionen Aktien den Besitzer. 1626 Werte legten zu, 1343 gaben nach und 140 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,6 Milliarden Aktien 1142 Titel im Plus, 1297 im Minus und 130 unverändert.