Italien-Sorgen und US-Fiskalklippe halten Wall Street in Schach

Montag, 10. Dezember 2012, 17:55 Uhr
 

New York (Reuters) - Die Furcht vor einer erneuten Verschärfung der Schuldenkrise in Europa hat die US-Börsen zu Handelsbeginn am Montag in Schach gehalten. Der angekündigte Rücktritt von Ministerpräsident Mario Monti und der Comebackversuch von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi schürte Sorgen, dass Italien an den Finanzmärkten wieder stärker unter Druck geraten könnte. Auch die Hängepartie im US-Haushaltsstreit drückte auf die Stimmung der Anleger in New York. Positive Konjunkturdaten aus China stützten dagegen den Markt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte in den ersten Minuten 0,1 Prozent auf 13.162 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,1 Prozent auf 1417 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq trat bei 2977 Punkten auf der Stelle.

Ein Treffen von Präsident Barack Obama mit dem republikanischen Verhandlungsführer John Boehner am Sonntag brachte offenbar keine Annäherung in den Gesprächen über die ohne Kompromiss zum Jahreswechsel automatisch einsetzenden massiven Einsparungen und Steuererhöhungen, die die weltgrößte Volkswirtschaft wieder in die Rezession stürzen könnten. "Die Fiskalklippe fordert ihren Tribut", sagte Analyst Peter Cardillo von Rockwell Global Capital. Vor allem beim Konsumverhalten sei dies zu erkennen. "Aber letzten Endes werde es eine Einigung geben", zeigte er sich optimistisch. Bis dahin werde das Thema allerdings die Börsen in Atem halten.

Selbst ein Großereignis wie die geldpolitische Sitzung der US-Notenbank (Fed) geriet Börsianern zufolge dabei etwas in den Hintergrund. Sollte die Fed am Mittwoch weitere Pläne zur Stützung der Konjunktur ankündigen, könnte das zwar für eine gewisse Erleichterung an den US-Börsen sorgen. Aber lange würde dies nicht anhalten.

Ermutigende Konjunktursignale kamen dagegen aus China. Insbesondere ein kräftiger Anstieg der Umsätze im Einzelhandel und der Industrieproduktion im November schürte Hoffnungen, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt im vierten Quartal erstmals seit zwei Jahren wieder an Schwung gewinnt.

Auf Unternehmensseite im Mittelpunkt standen die Titel von Intermec. Der Mischkonzern Honeywell kauft den Spezialisten für mobile Computer und Zubehör für 600 Millionen Dollar. Intermec-Aktien schossen um 22 Prozent in die Höhe. Honeywell-Papiere gaben dagegen 0,4 Prozent nach.

Die Aktien von McDonald's legten 1,3 Prozent zu, nachdem die November-Umsätze der weltgrößten Schnell-Imbiss-Kette besser ausfielen als erwartet.

 
Traders gather at the booth that trades Abbott Laboratories on the floor of the New York Stock Exchange, December 10, 2012. REUTERS/Brendan McDermid (UNITED STATES - Tags: BUSINESS)