Schweizer Börse setzt Anstieg fort

Dienstag, 11. Dezember 2012, 16:16 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag den Aufwärtstrend fortgesetzt.

Fehlende Anlagealternativen zu Aktien und der besser als erwartete deutsche ZEW-Index sorgten Händlern zufolge für steigende Kurse. Das Geschäft verlaufe aber weiterhin ruhig. Trotz der aufgehellten Stimmung trauten sich die Anleger nicht recht aus der Deckung. Der US-Haushaltsstreit, die Euro-Schuldenkrise und Konjunktursorgen lasteten weiterhin auf dem Markt, hiess es weiter.

Der SMI notierte am Mittag um 0,4 Prozent höher mit 6971 Punkten. Zuvor hatte der Index bei 6976 Punkten ein neues Jahreshoch erreicht. Die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten liege in Griffnähe, sagte ein Händler. Letztmals notierte der SMI im September 2008 über dieser Marke. Der breite SPI gewann 0,4 Prozent auf 6405 Punkte.

Vor dem Treffen des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (Fed), das heute beginnt und am Mittwoch endet, warteten die Anleger erst recht ab. Im Markt werde damit gerechnet, dass die Fed eine weitere Runde von Anleihen-Rückkäufen ankündigen könnte. Dagegen gehen die Ökonomen bei der Veröffentlichung der geldpolitischen Lagebeurteilung durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Donnerstag nicht von Änderungen aus.

Neue Höchstmarken verbuchten die Aktien der Uhrenhersteller. Richemont legten gut ein Prozent zu auf 74,55 Franken. UBS empfiehlt den Titel mit einem auf 81 von 69 Franken erhöhten Kursziel zum Kauf. Das Papier von Konkurrent Swatch, für das die Grossbank das Preisziel auf 485 von 445 Franken angehoben hat und das sie in die "Most preferred list" aufgenommen hat, legte um 0,7 Prozent zu.

Auch die meisten anderen zyklischen Papiere drehten im Verlauf in die Gewinnzone. ABB, Geberit und Holcim bauten die Gewinne aus, Fischer und Panalpina grenzten sie deutlich ein. Sulzer, ermässigten sich dagegen um 0,9 Prozent.

Die Aktien der Banken machten die frühen Verluste mehr als wett. Credit Suisse und UBS stiegen um 0,1 Prozent. Bei geringen Kursausschlägen tendierten die Assekuranztitel uneinheitlich. Swiss Re verloren 0,3 Prozent, Zurich traten auf der Stelle und Baloise gewannen 0,4 Prozent.

Die Anteile der als weniger krisenanfällig geltenden Pharmakonzerne gewannen zunehmend an Fahrt. Novartis wurden um 0,9 Prozent höher bewertet. Roche zogen um 0,5 Prozent an. Beide Unternehmen legten auf der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) positive Studienergebnisse vor. Zuletzt präsentierte Novartis neue Daten zu dem Medikament Tasigna, das später einmal das Blutkrebsmittel Glivec ablösen soll. Glivec verliert 2015 den Patentschutz.

Die Titel von AFG Arbonia Forster gewannen 3,4 Prozent. Der Bauausrüster verkleinert die Konzernleitung und passt die Strukturen der strategischen Ausrichtung auf die Bauausrüstung an.

Schmolz + Bickenbach kletterten um neun Prozent auf 2,92 Franken. Die Aktie des in eine Krise geratenen Stahlherstellers hat im laufenden Jahr 50 Prozent an Wert verloren. Möglicherweise stellten spekulative Marktteilnehmer ihre Baissepositionen glatt.