Jahresendspurt treibt Schweizer Börse hoch

Dienstag, 11. Dezember 2012, 17:02 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag den Aufwärtstrend fortgesetzt. Positive Konjunkturdaten aus Europa, den USA und Fernost nährten laut Händlern bei den Anlegern die Hoffnung auf eine Belebung der Wirtschaft im kommenden Jahr.

Da attraktive Anlagealternativen zu Aktien fehlten und viele Marktteilnehmer den Anstieg der vergangenen Monate nicht oder nicht ausreichend mitgemacht hätten, versuchten sie noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Allerdings täten sie dies wohl trotz allem nicht mit grosser Überzeugung, sagte ein Händler. "Sonst müssten die Börsenumsätze nämlich grösser sein", sagte er weiter.

Der SMI notierte kurz vor Schluss um 0,6 Prozent höher mit 6985 Punkten, was in neues Jahreshoch bedeutet. Die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten liege damit in Griffnähe, sagte ein Händler. Letztmals notierte der SMI im September 2008 über dieser Marke. Der breite SPI gewann 0,5 Prozent auf 6418 Punkte.

Vor dem Treffen des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank (Fed), das heute beginnt und am Mittwoch endet, warteten die Anleger ab. Im Markt werde damit gerechnet, dass die Fed eine weitere Runde von Anleihen-Rückkäufen ankündigen könnte. Dagegen gehen die Ökonomen bei der Veröffentlichung der geldpolitischen Lagebeurteilung durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Donnerstag nicht von Änderungen aus.

Neue Höchstmarken verbuchten die Aktien der Uhrenhersteller. Sie konnten diese aber nicht ganz halten. Richemont lagen zuletzt noch um 0,2 Prozent im Plus auf 73,85 Franken. UBS empfiehlt den Titel mit einem auf 81 von 69 Franken erhöhten Kursziel zum Kauf. Das Papier von Konkurrent Swatch, für das die Grossbank das Preisziel auf 485 von 445 Franken angehoben hat und das sie in die "Most preferred list" aufgenommen hat, legte um 0,1 Prozent zu.

Auch andere Papiere zyklischer Firmen wie ABB, Adecco, Geberit, Holcim und Panalpina tendierten fester.

Die Finanzwerte machten die frühen Verluste mehr als wett. Credit Suisse stiegen um 0,8 Prozent und UBS gewannen 0,4 Prozent. Bei den Assekuranztiteln waren Baloise, Swiss Re und Zurich etwas höher.

Die Anteile der als weniger krisenanfällig geltenden Pharmakonzerne gewannen zunehmend an Fahrt. Novartis wurden um 1,1 Prozent höher bewertet. Roche zogen um 0,8 Prozent an. Beide Unternehmen legten auf der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) positive Studienergebnisse vor. Zuletzt präsentierte Novartis neue Daten zu dem Medikament Tasigna, das später einmal das Blutkrebsmittel Glivec ablösen soll. Glivec verliert 2015 den Patentschutz. BofA-Merrill Lynch erhöhte zudem das Kursziel für die beiden Papiere.

Schmolz + Bickenbach kletterten um zehn Prozent auf 2,95 Franken. Die Aktie des in eine Krise geratenen Stahlherstellers hat im laufenden Jahr 50 Prozent an Wert verloren. Möglicherweise stellten spekulative Marktteilnehmer ihre Baissepositionen glatt, sagten Händler. Die Anteile von Meyer Burger setzten die Erholung um weitere 2,4 Prozent fort. CEO Peter Pauli trat jüngst anderslautenden Befürchtungen entgegen und betonte, die Mittel der Firma reichten bis 2014. Eine Kapitalerhöhung stehe nicht zur Diskussion.