Jahresendspurt treibt Schweizer Börse hoch

Dienstag, 11. Dezember 2012, 17:57 Uhr
 

Zürich (Reuters) - Die Schweizer Börse hat am Dienstag ihren Aufwärtstrend fortgesetzt.

Gute Konjunkturdaten aus Europa, den USA und Fernost nährten Händlern zufolge bei den Anlegern die Hoffnung auf eine Belebung der Wirtschaft im kommenden Jahr. Da attraktive Anlagealternativen zu Aktien fehlten und viele Marktteilnehmer den Anstieg der vergangenen Monate nicht oder nicht ausreichend mitgemacht hätten, versuchten sie noch auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Allerdings täten sie dies wohl trotz allem nicht mit grosser Überzeugung, sagte ein Händler. "Sonst müssten die Börsenumsätze nämlich grösser sein", sagte er weiter.

Der SMI schloss um 0,43 Prozent höher mit 6974 Punkten nach einem Tages- und Jahreshoch bei 6987 Zählern. Die psychologisch wichtige Marke von 7000 Punkten liege damit in Griffnähe, sagte ein Händler. Letztmals notierte der SMI im September 2008 über dieser Marke. Der breite SPI gewann 0,4 Prozent auf 6411 Punkte.

Vor dem Treffen des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank (Fed), das heute beginnt und am Mittwoch endet, warteten die Anleger ab. Im Markt werde damit gerechnet, dass die Fed eine weitere Runde von Anleihen-Rückkäufen ankündigen könnte. Dagegen gehen die Ökonomen bei der Veröffentlichung der geldpolitischen Lagebeurteilung durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Donnerstag nicht von Änderungen aus.

Neue Höchstmarken verbuchten im Handelsverlauf die Aktien der Uhrenhersteller. Sie konnten diese aber nicht halten. Richemont schlossen 0,1 Prozent schwächer bei 73,65 Franken. UBS empfiehlt den Titel mit einem auf 81 von 69 Franken erhöhten Kursziel zum Kauf. Das Papier von Konkurrent Swatch, für das die Grossbank das Preisziel auf 485 von 445 Franken angehoben hat und das sie in die "Most preferred list" aufgenommen hat, schlossen 0,2 Prozent schwächer. Papiere anderer zyklischer Firmen wie ABB, Adecco, Geberit, Holcim und Panalpina schlossen in enger Spanne uneinheitlich.

Die Finanzwerte machten die frühen Verluste mehr als wett. Credit Suisse stiegen um 0,7 Prozent und UBS gewannen 0,4 Prozent. Bei den Assekuranztiteln waren Baloise und Zurich etwas höher, Swiss Re schlossen unverändert.

Die Anteile der als weniger krisenanfällig geltenden Pharmakonzerne gewannen zunehmend an Fahrt. Novartis wurden um 0,7 Prozent höher bewertet. Roche zogen um 0,9 Prozent an. Beide Unternehmen legten auf der Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) positive Studienergebnisse vor. Zuletzt präsentierte Novartis neue Daten zu dem Medikament Tasigna, das später einmal das Blutkrebsmittel Glivec ablösen soll. Glivec verliert 2015 den Patentschutz. BofA-Merrill Lynch erhöhte zudem das Kursziel für die beiden Papiere.

Schmolz + Bickenbach kletterten um zehn Prozent auf 2,95 Franken. Die Aktie des in eine Krise geratenen Stahlherstellers hat im laufenden Jahr 50 Prozent an Wert verloren. Möglicherweise stellten spekulative Marktteilnehmer ihre Baissepositionen glatt, sagten Händler. Die Anteile von Meyer Burger setzten die Erholung um weitere drei Prozent fort. CEO Peter Pauli trat jüngst anderslautenden Befürchtungen entgegen und betonte, die Mittel der Firma reichten bis 2014. Eine Kapitalerhöhung stehe nicht zur Diskussion.