Fed-Wirtschaftshilfen schieben Wall Street an

Mittwoch, 12. Dezember 2012, 20:01 Uhr
 

New York (Reuters) - Neue Fed-Konjunkturhilfen in Milliardenhöhe lassen die Wall Street auf eine Belebung der flauen US-Wirtschaft hoffen.

Nach der Ankündigung der Notenbank, zum Jahreswechsel erneut kräftig die Notenpresse anzuwerfen, legten die wichtigsten Indizes durchweg zu. Die Zentralbank will ab Januar monatlich für 45 Milliarden Dollar Staatsanleihen kaufen. Der Umfang der Hilfen sei allerdings erwartet worden, sagte der Volkswirt Troy Logan vom Warren Financial Service.

Nun blicken Börsianer verstärkt auf den US-Haushaltsstreit. Aus Washington kamen aber am Mittwoch keine ermutigenden Signale, was die Stimmung an der Börse etwas drückte. Der Verhandlungsführer der Republikaner, John Boehner, erklärte lediglich, es bestünden weiter "ernsthafte Differenzen" mit den Demokraten. Damit steuert die weltgrößte Volkswirtschaft auf die sogenannte Fiskalklippe zu. Die dann drohende Rezession ist seit Wochen das wichtigste Gesprächsthema an den Börsen.

Der Dow-Jones-Index für die Standardwerte notierte am Mittag 0,1 Prozent fester mit 13.254 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 kletterte 0,2 Prozent auf 1430 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,1 Prozent auf 3019 Stellen. Auch in Europa spekulierten Anleger auf eine Erholung der US-Wirtschaft: Der Dax setzte seine Rally fort und schloss 0,3 Prozent höher bei 7614 Punkten.

Gefragt waren Aktien von Aetna, die 4,1 Prozent zulegten. Der drittgrößte US-Krankenversicherer will im neuen Jahr sowohl bei Umsatz wie Gewinn stärker als bislang erwartet zulegen.

Einer der größten Verlierer war dagegen die Aktie von Wal-Mart. Papiere der Supermarktkette fielen 2,3 Prozent, nachdem Indien einen Untersuchung zu Lobby-Aktivitäten angekündigt hatte.

Gegen den Trend fielen Aktien des Pharmakonzerns Eli Lilly um 2,6 Prozent. Das Unternehmen hat Probleme mit einem potenziellen Blockbuster-Medikament gegen Alzheimer. Das Mittel fiel in zwei Studien durch, nun soll eine dritte Untersuchung aufgelegt werden.

Wenig Hoffnung versprühte auch 3M. Der Mischkonzern stellte Investoren in einer "absehbar schwächeren Weltwirtschaft" einen Gewinnzuwachs von rund acht Prozent in Aussicht und blieb damit unter den Erwartungen der Wall Street. Die Aktie verlor 0,4 Prozent.